Ein Urlaub im Kloster in Bayern verspricht Ruhe, Besinnung und Erholung. Gäste können in historischen Gemäuern übernachten, an Gebetszeiten teilnehmen, die umliegende Natur genießen oder einfach die Stille auf sich wirken lassen. Von Benediktinerabteien über Franziskanerklöster bis hin zu modernen Bildungshäusern mit spirituellem Angebot gibt es in Bayern zahlreiche Orte, die einen Besuch lohnen.
Die meisten Klöster bieten komfortable Gästezimmer, Meditationsangebote, eine schöne Umgebung und regionale Küche. Die Religionszugehörigkeit ist unwichtig. Vielmehr sind Menschen willkommen, die Abstand vom Alltag suchen.
Kloster-Tipp 1: Kloster Ettal (Oberbayern)
Wer die gewundene Straße nach Ettal fährt, kann sich gut vorstellen, wie das Klosterleben früher ausgesehen haben mag: Das Kloster Ettal in Oberbayern liegt abgeschieden in einem Tal, hinter dem Gebäude ragen hohe Berggipfel in den Himmel. Die Benediktinerabtei wurde 1330 gegründet. Über den Innenhof geht es zur barocken Basilika und dem humanistischen Gymnasium sowie einer Klosterbrauerei. Urlaubsgäste können im Klosterhotel übernachten, das Tagungszentrum nutzen oder eine Führung in der Liqueurmanufaktur buchen, wo Kräuterliköre und Destillate hergestellt werden.
Für Evangelische gehört das Kloster aus einem ganz besonderen Grund auf die Besuchsliste: Der Theologe und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer suchte während der NS-Zeit im Jahr 1940 Zuflucht im Kloster. Er traf in München den katholischen Rechtsanwalt Joseph Müller und schrieb in der Klosterbibliothek an seiner "Ethik". Heute erinnert eine Tafel an den evangelischen Geistlichen.
Kloster-Tipp 2: Kloster Beuerberg (Oberbayern)
Über 40 Millionen hat sich die Erzdiözese München und Oberbayern die Sanierung des Klosters Beuerberg in Oberbayern kosten lassen - und damit zweifellos das modernste und schönste Kloster im Voralpenland geschaffen. Früher lebten hier die Salesianerinnen, woran die Jahresausstellungen erinnern, die sich wechselnden Themen der Klosterkultur widmen.
Die alten Gemäuer wurden liebevoll renoviert, heute übernachten die Gäste in schlichten, aber ausgesprochen geschmackvollen Klosterzimmern, im Restaurant im alten Refektorium mit romantischem Biergarten werden bayerisch-mediterrane Gerichte serviert. Die Gartenanlagen wurden üppig bepflanzt und liebevoll gepflegt. In dieser Umgebung lässt es sich prächtig feiern: Zum Programm hier gehören Hochzeiten und Tagungen, Veranstaltungen und Schulungen.
Kloster-Tipp 3: Kloster Weltenburg (Niederbayern)
Wer Wasser und Klostererlebnis verbinden möchte, sollte eine Bootstour auf der Donau bei Kelheim buchen und mit dem Schiff bis zum Kloster Weltenburg reisen. Das Benediktinerkloster liegt malerisch direkt am Donaudurchbruch und ist bekannt für seine Klosterbrauerei: Das "Weltenburger Kloster Barock Dunkel" Bier wurde schon als bestes Dunkelbier der Welt ausgezeichnet.
Besonders sehenswert ist die Klosterkirche, die von den Brüdern Asam ausgestaltet wurde. Übernachten lässt es sich im Gästehaus des Klosters. Rund um das Kloster gibt es zahlreiche Radwege wie den Donauradweg sowie Kiesbänke für einen Sprung ins kalte Nass.
Kloster-Tipp 4: Evangelisches Kloster Schwanberg (Unterfranken)
Das evangelische Kloster auf dem Schwanberg ist ein Unikat in der bundesdeutschen Klosterlandschaft, denn hier leben evangelische Klosterschwestern. Die "Communität Casteller Ring" ging aus einer Gruppe von Pfadfinderinnen hervor, die sich im Geheimen in der Zeit des Nationalsozialismus trafen. Der Orden hat eine bewegte Geschichte und wird von der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern unterstützt.
Auf dem Schwanberg befindet sich im alten Schloss ein großes Tagungszentrum mit Übernachtungsmöglichkeit, aus vielen Zimmern hat man einen großartigen Blick auf die Weinberge der Region. 2026 wurde erstmals das "Bergfunkeln"-Festival ins Leben gerufen mit Musikbands, Vorträgen, Spiritualität und dem traditionellen feierlichen Gottesdienst am Schwanbergtag.
Link zum Kloster auf dem Schwanberg
Kloster-Tipp 5: Kloster Ottobeuren (Schwaben)
Die mächtige Benediktinerabtei Ottobeuren zählt zu den schönsten und größten Barockanlagen in Europa. Jedes Jahr wird die prächtige Basilika, die den Märtyrern Alexander und Theodor gewidmet ist, von hunderten Touristen besucht, denn die Ausstattung mit viel Stuck, einer barocken Chororgel und prächtigen Nebenaltären hat bombastische Ausmaße: Das Schiff ist 89 Meter lang und die Querhäuser haben 58 bzw. 18 Meter Länge.
Fast verloren in diesem Prunk steht im Mittelpunkt der Kirche ein schlichtes romanisches Kruzifix. Ein kleines Klostermuseum informiert über das Leben im Kloster, für Kinder gibt es eine App mit Rundgängen und Rätselrallye. In der Benediktinerabtei gibt es ein Gästehaus mit Tagungs- und Seminarräumen ebenso wie einen Klosterladen und ein Tagescafé.
Link zur Benediktinerabtei Ottobeuren
Kloster-Tipp 6: Kloster Metten (Niederbayern)
Das niederbayerische Kloster Metten liegt landschaftlich schön am nördlichen Donauufer. Abt Utto und seine Mönche gründeten hier vor Jahrhunderten eine Schule, die bis heute als Gymnasium fortbesteht. Die Klosterkirche ist im Vergleich zu anderen Benediktinerklöstern eher schlicht, beeindruckend ist die Bibliothek, die bei einem Rundgang besichtigt werden kann.
Sehr beliebt bei den Gästen sind die Konzerte Kloster Metten, darunter Kammerkonzerte, Matineen, Sinfonieorchester oder Passionsmusik. Ein Gästehaus gibt es nicht, aber die Mönche laden junge Männer zum "Wohnen auf Zeit" ein - für ein oder zwei Nächte können diese mit den Geistlichen leben und den Tagesrhythmus mit ihnen teilen.
Kloster-Tipp 7: Kloster Andechs (Oberbayern)
Das katholische Kloster Andechs gilt als einer der bekanntesten Wallfahrtsorte in Oberbayern. Das Kloster thront auf dem "Heiligen Berg" über dem Ammersee und bietet eine prächtige Rokokokirche, die von Johann Baptist Zimmermann ausgestattet wurde. Die Kirche befindet sich auf einer beliebten Pilgerstrecke nach Compostela; auch für Fahrradfahrer ist das Kloster beliebtes Ausflugsziel.
Besonders schön gelegen ist der Biergarten mit der traditionsreichen Klosterbrauerei. Einmal im Jahr finden in Kloster die Carl-Orff-Festspiele statt, die an den Musiker und Komponisten erinnern, der in der Wallfahrtskirche begraben liegt. Auch für die Wittelsbacher dient das Kloster als Grabstätte.