Sorgt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz für Fortschritt? Oder ist es vielmehr eine Gefahr? Eine Tagung der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen diskutiert diese Fragen am 8. und 9. Oktober 2026. Unter dem Titel "Heilsversprechen und Herrschaftstechnologien: Demokratie und Künstliche Intelligenz im Horizont christlicher Deutungsmuster" kommen Fachleute aus Theologie, Medienethik, Kommunikationswissenschaft und Religionspädagogik zusammen, um Chancen, Risiken und gesellschaftliche Folgen von KI-Anwendungen zu diskutieren. Die Tagung findet statt in der Villa an der Schwabach von Bildung Evangelisch in Erlangen, teilte Mitorganisator Max Tretter von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit.
Tagung zu KI, Demokratie, Christentum
Den Auftakt bildet ein Panel zu grundlegenden Fragen von Demokratie, Künstlicher Intelligenz und christlichen Deutungsmustern. Dabei sollen normative Ressourcen religiöser Traditionen ebenso thematisiert werden wie kritische Perspektiven auf technologische Entwicklungen. Als Referierende sind unter anderem Matthias Braun, Alexander Filipović und Frederike van Oorschot angekündigt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf antiliberalen und antidemokratischen Strömungen im digitalen Raum. Dabei werden laut Programm Formen religiös begründeter Agitation, digitale Autoritätsbildung und ideologische Deutungsmuster im Zusammenhang mit KI untersucht. Zu den Mitwirkenden gehören Madlen Geidel, Tabea Ott und Max Tretter.
Peter Sloterdijk spricht bei Abendveranstaltung
Für die öffentliche Abendveranstaltung am ersten Tag ist ein Impulsvortrag des Philosophen Peter Sloterdijk vorgesehen. Unter dem Titel "Den Berg des Unwahrscheinlichen erklimmen – Anmerkungen zur anthropologischen Differenz" soll ein allgemeinverständlicher Zugang zum Tagungsthema eröffnet werden. Anschließend ist eine Diskussion geplant.
Der zweite Tag widmet sich unter anderem dem "algorithmischen Strukturwandel der Öffentlichkeit". Diskutiert werden Veränderungen öffentlicher Kommunikation durch KI-Systeme sowie deren Bedeutung für demokratische Prozesse und religiöse Deutungsmuster. Zu den Vortragenden zählen Stefanie Schardien, Rieke Harmsen und Till Krause.
Weitere Panels beschäftigen sich mit religionspädagogischen Perspektiven auf KI, Demokratie und christliche Narrative sowie mit christlichen Symbolbeständen und Zukunftsvorstellungen im gesellschaftlichen Diskurs über Künstliche Intelligenz. Mitwirkende sind unter anderem Ilona Nord, Steffi Fabricius, Birte Platow, Florian Höhne, Gerhard Schreiber und Thomas Schlag.