Der langjährige Geschäftsführer der Schweinfurter Diakonie, Jochen Keßler-Rosa, geht nach dreißig Jahren an der Spitze des Unternehmens in den Ruhestand. Er sei ein "Diakoniker mit Weitblick" gewesen, der stets die Menschen im Blick gehabt hätte, würdigte ihn Bayerns Diakoniepräsidentin Sabine Weingärtner laut Mitteilung. Keßler-Rosa habe immer wieder neue Chancen für die Diakonie entdeckt - und genutzt.

Der Pfarrer stand seit 1992 an der Spitze der Diakonie Schweinfurt; in seiner Amtszeit stieg die Zahl der Mitarbeitenden laut Mitteilung von 200 auf über 700; der jährliche Umsatz verdreifachte sich auf über 30 Millionen Euro. Die unter Keßler-Rosa weiterentwickelte Form der Kooperation zwischen großen Diakonischen Werken und kleineren diakonischen Anbietern wird mittlerweile als "Schweinfurter Modell" bezeichnet, wie es hieß: Der größere Partner übernimmt Verwaltungs- und Geschäftsführungsaufgaben, die kleineren bleiben dennoch eigenständig.

Keßler-Rosas Austritt aus der CSU wegen Aussagen der Partei zur Sozial- und Migrationspolitik 2010 erregte laut Mitteilung bayernweit Aufsehen, da er die Partei von 1996 an zunächst im Schweinfurter Stadtrat und später im Bezirkstag vertreten hatte. Als Vorsitzender des Diakonischen Rates, dem Aufsichtsgremium des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverbandes, bleibt Keßler-Rosa auch in seinem Ruhestand weiter für die Diakonie in Bayern aktiv.