Wenn am 13. September 2026 der Tag des offenen Denkmals bundesweit in Bamberg eröffnet wird, können die Besucher sich auf viele Veranstaltungen in Kirchen und Kapellen freuen. Die romanischen, gotischen und barocken Bauwerke prägen das UNESCO-Welterbe Bamberg bis heute.

Im Rahmen der größten Kulturveranstaltung Deutschlands öffnen in Bamberg mehr als 60 Denkmale. Führungen, Ausstellungen und besondere Orte machen sichtbar, wie eng Denkmalschutz, Spiritualität und gesellschaftliche Erinnerung miteinander verbunden sind.

Baustellenbesichtitung und Denkmalpflege in Bamberg

Neben den Kirchen bieten auch Schaubaustellen Einblicke in die Denkmalpflege. Besucher können Restauratorinnen, Restauratoren und Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen oder an Führungen und Workshops teilnehmen.

Unter dem bundesweiten Motto "NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur" sollen Verbindungen zwischen unterschiedlichen Denkmaltypen sichtbar gemacht werden. Dazu gehören technische Bauwerke wie die Schleuse des Ludwig-Donau-Main-Kanals oder historische Industrieanlagen.

Zentraler Veranstaltungsort in Bamberg ist der Maxplatz, wo die offizielle Eröffnungsfeier stattfindet und ein "Markt der Möglichkeiten" die Denkmalpflege erlebbar machen soll. Von dort aus können Besucherinnen und Besucher mit einem kostenfreien Shuttle-Service die zahlreichen Denkmalstandorte der Stadt erreichen.

Tag des offenen Denkmals

Das vollständige Programm für ganz Deutschland findet sich unter https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/programm

Zehn besonders sehenswerte Denkmäler in Bayern

Insgesamt öffnen am 13. September in ganz Deutschland mehr als 6.500 Schlösser, Burgen, Kirchen, Industriedenkmäler und verborgene historische Orte. Zugleich finden hunderte Führungen und Touren, Konzerte und Vorträge statt. Besucher können an etlichen Orten kostenfrei einen Blick in historische Wohnhäuser werfen, Touren durch öffentliche Gebäude und sonst verschlossene Fabriken machen. Der Evangelische Pressedienst (epd) hat aus den rund 700 Orten in Bayern zehn Tipps ausgewählt.

Bamberg - Neue Residenz

Besonders viele Besucher dürfte in Bemberg die Neue Residenz anziehen. Am Denkmaltag gibt es dort die seltene Gelegenheit, das Kurfürstliche Appartement zu sehen. Dazu kommt die historische Hofküche mit den sonst verschlossenen Vorratsräumen im Keller - Bereiche, die beim normalen Besuch nicht zugänglich sind.

Schloss Schleißheim

Im Neuen Schloss Schleißheim bei München gibt es für Schwindelfreie eine Führung in luftiger Höhe: Unter dem Titel "Einsicht - Übersicht - Aussicht!" geht es dort ausdrücklich auch unter und über die Dächer des Schlosses. Trittsicherheit und feste Schuhe sind erforderlich, betonen die Veranstalter.

Regensburg - Beinhauskapelle St. Kassian

Klein, ungewöhnlich und deshalb interessant ist das spätgotische Gebäude der Beinhauskapelle St. Kassian in Regensburg. Die kleine Kirche steht auf einem ehemaligen Friedhof und ist ein Zeugnis früherer Bestattungskultur. Heute gilt sie als ein weitgehend vergessener Ort.

Schloss Thurnau

Ein Tipp für Burgen- und Schlossfans ist die barocke Großbürgerliche Gartenanlage im fränkischen Markt Thurnau. Das Schloss öffnet seine sonst privaten Terrassen. Besucher haben von dort einen seltenen Blick über den historischen Ortskern. Im Programm ist das Denkmal ausdrücklich als Highlight erwähnt.

München - Eggarten-Siedlung

Ein Spaziergang auf alten, unbefestigten Straßen verspricht eine geführte Tour durch die Eggarten-Siedlung in München. Das 21 Hektar große Areal im Norden der Stadt ist eine über 100 Jahre alte Kolonie mit vielen alten Bäumen und Biotopen. Jetzt will die Stadt das Gebiet bebauen, stößt mit ihren Plänen aber auf Widerstand.

Nürnberg - Ehemaliger Kaufhof

In Nürnberg dürfte neben den Klassikern der Höhepunkt ein Besuch im ehemaligen Warenhaus "Kaufhof" sein. Die Stadt hat das Gebäude gekauft und will es zu einem neuen Stadtquartier entwickeln. Beim Rundgang durch das Denkmal in der Innenstadt erfahren die Besucher, wie es mit der Immobilie weitergehen soll.

Schwarzenbruck - Brückkanal Schwarzenbruck

In der Nähe Nürnbergs in Schwarzenbruck dürfen Interessierte am Ludwig-Donau-Main-Kanal ausnahmsweise die Unterseite des Brückkanals anschauen. Der Brückenpfeiler ist sonst nicht zugänglich. Das Bauwerk ist 90 Meter lang, die Bögen sind bis zu 17 Meter hoch.

Erlangen - Verborgene Kanäle

Auch in Erlangen steht die historische Infrastruktur im Fokus. Spannend dürfte die Führung "Was rauscht denn hier so laut?" sein, die sich den verschwundenen Bauwerken des alten Ludwigskanals und Mühlen widmet.

Uttenreuth - Wiesenwässerung

Ums Wasser dreht sich auch alles in Uttenreuth (Kreis Erlangen-Höchstadt): Dort ist die Wiesenwässerung seit Jahrhunderten Tradition. Gerade in trockenen Zeiten ist die alte Bewässerungstechnik wieder besonders wichtig. Bei Spaziergängen entlang des Wässergrabens informieren Experten über das immaterielle Welterbe und seine heutige Bedeutung.

Ammersee - Architektenhaus

Wer schon immer mal einen Blick in eine Jugendstil-Villa am Ammersee werfen wollte, bekommt eine einmalige Gelegenheit: Interessierte sind bei einer Führung durch Garten und Räume des "Architektenhauses" ausdrücklich willkommen. Das Landhaus in Schondorf ist in eine parkähnliche Gartenanlage eingebettet, die bis zum Seeufer reicht. (epd)