Augsburg (epd). Wegen möglicher Misshandlung von Heimbewohnern ermittelt die Staatsanwaltschaft Memmingen gegen ehemalige Mitarbeiter der kirchlichen Behinderteneinrichtung Dominikus-Ringeisen-Werk. Sieben Beschuldigten werde Misshandlung von Schutzbefohlenen und falsche Verdächtigungen vorgeworfen, zitiert die "Augsburger Allgemeine" (Donnerstag) eine Sprecherin. Ob auch körperliche Gewalt angewendet worden sein soll, habe die Staatsanwaltschaft auf Anfrage unbeantwortet gelassen.

Die Einrichtung habe auf Anfrage erklärt, dass sie nach den ersten Hinweisen Anfang Juli 2025 die Sachverhalte intensiv geprüft und die zuständigen Aufsichts- und Ermittlungsbehörden informiert habe. Zugleich seien Umstrukturierungen vorgenommen und im Oktober 2025 eine neue Teamleitung eingesetzt worden. "Der Schutz und die Würde der uns anvertrauten Menschen haben für uns eine hohe Bedeutung", sagte der zuständige Ressortvorstand der "Augsburger Allgemeinen". Man unterstütze die laufenden behördlichen Ermittlungen und arbeite mit den zuständigen Stellen konstruktiv zusammen.

Einrichtung mit über 30 Standorten

Das Dominikus-Ringeisen-Werk, 1884 von einem katholischen Priester gegründet, ist eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts. Es ist laut Zeitungsbericht eine der größten sozialen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Süddeutschland und zählt 5.300 Beschäftigte an über 30 Standorten. In der Anlage in Ursberg (Landkreis Günzburg) leben und arbeiten etwa 900 Menschen mit teils mehrfachen körperlichen und geistigen Behinderungen in stationärer Betreuung.