München (epd). Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai machen Sozialverbände die Politik auf die Einhaltung des Gleichstellungsrechts aufmerksam. Der VdK Bayern warnt besonders vor Einsparungen bei individuellen Schulbegleitungen von Kindern und Jugendlichen. Neben der finanziellen brauche es auch eine "bessere personelle Ausstattung der Kitas und Schulen zur Umsetzung von Inklusion".
Gerade Kinder und Jugendliche mit einem hohen Unterstützungsbedarf, etwa durch Autismus oder Mehrfachbehinderung, seien auf eine "individuell zugeschnittene Hilfe" angewiesen, so der VdK Bayern. Pooling-Lösungen, bei denen aus Kostengründen eine Schulbegleitung für mehrere Kinder mit Behinderung zuständig ist, eigneten sich in solchen Fällen nicht. Daneben kritisiert der VdK Bayern, dass bayerische Bezirke und Jugendämter Erprobungsphasen einführten, um den Bedarf einer individuellen Begleitung zu prüfen. Dabei würden "Menschenrechte und die Teilhabe für Menschen mit Behinderung rein aus Finanzgründen hinten angestellt", so der Landesverband.
Motto des Protesttags 2026: "Menschenrechte sind nicht verhandelbar"
Unter dem Motto "Menschenrechte sind nicht verhandelbar" finden um den 5. Mai bundesweite Aktionen statt sowie am Protesttag selbst eine Demonstration in Berlin. Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist 1992 auf Initiative der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) entstanden.