Freiburg (epd). Sechs Ahnen der Maka will die Universität Freiburg an Kamerun zurückgeben. In einem ökumenischen Gottesdienst am 16. Juli soll die Übergabe an die traditionellen Autoritäten der kamerunischen Volksgruppe erfolgen, wie die Universität mitteilte. Die Feier findet um 11 Uhr in der Universitätskirche statt. Anschließend werden die Maka-Vorfahren von einer Delegation nach Kamerun gebracht.
Die Verstorbenen stammen nach aktuellem Forschungsstand aus den Maka-Gesellschaften im Osten Kameruns. Alle sechs seien vermutlich männlich, ihre Namen, Lebensgeschichten und Todesumstände seien bislang nicht bekannt. Nach Freiburg gelangten sie während der gewaltsamen Kolonialisierung von Kamerun durch das Deutsche Kaiserreich. In der Erinnerung der Maka werden die sechs Vorfahren als Helden aus der Zeit des Widerstands geehrt.
Sammlungen wurden für rassistische Forschungen genutzt
Laut Rektorin Kerstin Krieglstein ist es der Universität ein großes Anliegen, dass die Ahnen zurückkehren können "und nun endlich würdige und ehrenvolle Bestattungen in der Heimat erhalten". Die Repatriierung ist laut Universität Teil der kritischen Aufarbeitung kolonialer Wissenschaftssammlungen. Die "Alexander-Ecker-Sammlung" am Anatomischen Institut, in der die Ahnen sich bisher befanden, enthält seit 1857 menschliche Schädel, Skelette und Abgüsse. In der kolonialen Anthropologie seien solche Sammlungen für Forschungen genutzt worden, die heute als rassistisch und menschenverachtend zu bewerten seien.
Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) sagte, mit der Restitution "übernehmen wir Verantwortung für das Unrecht der deutschen Kolonialzeit". Die Ahnen heutiger Familien und Communitys gehörten zurück in ihre Heimat, da sie ohne Zustimmung ihrer Angehörigen oder mit Gewalt entwendet worden seien. Seit 2025 untersucht ein Projekt zur Provenienzforschung die Herkunft der an der Uni Freiburg verwahrten Menschen aus kolonialen Kontexten.