Nürnberg (epd). Die evangelische Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern hat zu Pfingsten das Christenfest mit der Botschaft des Nürnberger Künstlers Albrecht Dürer verknüpft. Pfingsten sei ein Fest, "das wie Dürers Kunst Räume öffnet - für neue Perspektiven, für Begegnung und für Hoffnung", sagte sie laut einer Pressemitteilung vom Donnerstag. Am 21. Mai feierte die Stadt den 555. Geburtstag Dürers.

Im Zentrum ihrer Predigt am Pfingstsonntag (24. Mai) um 8.30 und um 10 Uhr in St. Sebald in Nürnberg stehe die biblische Pfingstgeschichte, die die Bischöfin als kraftvolle Erzählung gegen Angst und gesellschaftliche Verhärtung deute. "Wir erleben auch heute, wie sich Türen schließen - in Köpfen, in Debatten, im Miteinander", sagte Hann von Weyhern laut Mitteilung. Pfingsten ereigne sich jedoch genau dort: "Nicht bei den Mutigen mit fertigen Antworten, sondern bei denen, die nicht weiterwissen."

Jeder Mensch besitzt Würde

Ein besonderer Akzent liege auf der Verbindung zu Albrecht Dürer, der in St. Sebald getauft wurde, dort glaubte und arbeitete. Seine Werke, so die Regionalbischöfin, seien weit mehr als Kunst. Sie seien "sichtbar gewordene Gedanken über Gott und den Menschen". In seinem Selbstbildnis von 1500 habe Dürer eine theologische Aussage und damit eine bis heute kraftvolle Botschaft vermittelt: Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes und besitzt unverlierbare Würde. Gerade diese Perspektive verbinde sich mit Pfingsten. Wenn Gottes Geist "auf alles Fleisch" ausgegossen wird, gelte diese Würde allen Menschen.

Pfingsten werde zum Gegenentwurf zu einer Welt, die sich oft auseinanderentwickelt, sagte die Bischöfin. Es sei eine Einladung, "einander wahrzunehmen, zuzuhören und in Beziehung zu bleiben". Die Botschaft sei ebenso klar wie kraftvoll: Gottes Geist wirkt - oft leise, aber real. "Er nimmt die Angst nicht einfach weg, aber er lässt uns nicht bei ihr stehen."