München (epd). Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) fordert härtere Strafen bei digitaler Gewalt. Für "schwerwiegende Fälle wie der Verbreitung von pornografischen Deepfakes" seien bis zu fünf Jahre Haft angemessen, sagte er laut einer Mitteilung am Mittwoch in München. Mehr als 90 Prozent aller Deepfakes tauchten in den Bereichen Pornografie und Nacktheit auf. Die Geschädigten seien in der Regel Mädchen und Frauen, die dadurch "bloßgestellt und erniedrigt" werden sollen, so der Minister. Niemand müsse es sich aber gefallen lassen, dass sein digitales Erscheinungsbild durch eine Manipulation verfälscht wird.

Deepfakes würden zum Mobben, in Rachepornos oder in betrügerischer Absicht eingesetzt, sagte Eisenreich weiter. "Sie verfügen über ein ähnlich hohes Schadenspotential wie eine Körperverletzung." Derzeit setze das Bundesjustizministerium die Ankündigung zum Thema bildbasierte sexualisierte Gewalt aus dem Koalitionsvertrag um. Der vorgesehene Strafrahmen von bis zu zwei Jahren im vorgelegten Entwurf geht aus Sicht des Justizministers aber nicht weit genug. Zudem fehle eine Regelung zum Identitätsmissbrauch im Internet.