München (epd). Die Zahl der Verkehrsverstöße in Bayern ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Im Vergleich zu 2024 wuchs sie um knapp ein Prozent auf 1.955.769 geahndete Verstöße, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Jahresstatistik des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts hervorgeht. Für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bleibt dabei vor allem die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße besorgniserregend, wie er in München mitteilte. Diese ist zwar leicht - um ein halbes Prozent - auf 1.073.188 geahndete Fälle gesunken. Dennoch machen Geschwindigkeitsverstöße weiterhin etwa 82 Prozent aller Verstöße im fließenden Verkehr aus.
"Zu hohes Tempo zählt nach wie vor zu den Hauptursachen schwerer Verkehrsunfälle", sagte Herrmann. Im vergangenen Jahr führten Tempoverstöße zu 128 und damit rund einem Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle im Freistaat. Auch bei den Fahrverboten - plus drei Prozent - entfiel der größte Anteil auf Geschwindigkeitsverstöße: Von 62.775 Fahrverboten wurden knapp 42 Prozent wegen zu schnellen Fahrens verhängt, gefolgt von Alkohol- und Drogendelikten mit rund 25 Prozent und Abstandsverstößen mit 14 Prozent.
Herrmann: "Werden auch künftig konsequent kontrollieren"
Während etwas weniger Verwarnungen (1.239.804) ausgesprochen wurden als im Vorjahr, gab es etwas mehr Bußgelder (734.904). Laut Polizeiverwaltungsamt begründet sich dies weiterhin in der Novelle der Bußgeldkatalog-Verordnung von 2021, in der viele Bußgelder - besonders bei Geschwindigkeitsverstößen - erhöht wurden. Herrmann zufolge werden darum mehr Fälle als Anzeigen statt als Verwarnung behandelt. Ein Bußgeld beginnt in der Regel bei 60 Euro.
Der Minister kündigte an, die Verkehrsüberwachung entschieden fortzusetzen: "Rasen, Drängeln sowie Alkohol und Drogen am Steuer gehören zu den Hauptursachen schwerer Verkehrsunfälle. Deshalb werden wir auch künftig konsequent kontrollieren, Verstöße verfolgen und Verkehrssünder, wenn nötig, zeitweise aus dem Verkehr ziehen."