Nürnberg (epd). Der evangelische Polizeiseelsorger Matthias Herling wird am Freitag (26. Juni) mit einem Festgottesdienst in Nürnberg verabschiedet. Über 16 Jahre habe er die Bayerische Polizeiseelsorge mit Herz, Haltung und Menschlichkeit geprägt, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag laut Mitteilung. Besonders in der Ausbildung junger Polizistinnen und Polizisten sei ihm die Vermittlung von Werten ein zentrales Anliegen gewesen. Das Fundament von Herlings Wirken sei tiefe Nächstenliebe und fester christlicher Glaube, sagte Herrmann. Der Festgottesdienst beginnt um 16 Uhr in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche in Nürnberg. Innenminister Herrmann wird zum Abschluss des Gottesdienstes ein Grußwort sprechen.

Als Landeskirchlicher Beauftragter für die evangelische Polizeiseelsorge war Kirchenrat Herling fest in die Polizeiorganisation eingebunden, hieß es weiter. In dieser Funktion habe er die nordbayerischen Polizeipräsidien in Ober-, Mittel- und Unterfranken sowie in der Oberpfalz betreut. Ferner war er für das Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei und dessen nordbayerische Standorte zuständig.

Bayerische Polizeiseelsorge ist ein Angebot der beiden christlichen Kirchen

Die Polizeiseelsorge in Bayern wurde 1920 auf Bestreben der katholischen Frauenrechtlerin und Politikerin Ellen Ammann (1870-1932) gegründet, zunächst mit einem hauptamtlichen katholischen Seelsorger. Inzwischen gibt es zwei katholische und zwei evangelische Polizeiseelsorger, die für Nord- und Südbayern zuständig sind und vom Freistaat Bayern finanziert werden. Unterstützt werden sie von weiteren Polizeiseelsorgern, die von den katholischen Bistümern und der evangelischen Landeskirche bezahlt werden. Sie sind für die mehr als 45.000 Menschen in der Bayerischen Polizei zuständig.