München (epd). Nach einem Brand am vergangenen Samstagabend gehen in der evangelischen Johanneskirche im Stadtteil Haidhausen die Aufräumarbeiten weiter. Nach 60-stündiger Dauerbelüftung sei zwar der Brandgeruch aus dem Kirchenschiff verschwunden, nicht aber im Ostaufgang der Kirche, wo der Brandherd war, sagte der Vertrauensmann des Kirchenvorstands, Dieter Rippel, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Man werde diesen Aufgang deshalb neu streichen und, wenn nötig, auch den schwer entflammbaren Teppich austauschen müssen. Außerdem werde man vorsichtshalber die Steinmeyer-Orgel erst nach einer Prüfung durch den Orgelsachverständigen wieder in Betrieb nehmen, um langfristige Schäden zu vermeiden. "Es könnte sein, dass sich Brandpartikel im Instrument abgesetzt haben", erklärte Rippel. Bislang gehe man von einem mittleren vierstelligen Sachschaden aus.

Pfarrerin entdeckt Brand beim Routinegang

Entdeckt hatte den Brand die geschäftsführende Pfarrerin Nina Spehr. Sie hatte nach dem DFB-Pokalfinale bei ihrem Routinegang durch die Kirche Rauch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Diese löschte den Brand an einer Holztür im Ostaufgang und stellte dabei Reste eines abgebrannten Pappkartons sicher. Die Polizei ermittelt nun wegen schwerer Brandstiftung. Sachdienliche Hinweise können beim Polizeipräsidium München, Kommissariat 13, oder jeder anderen Polizeidienststelle gemacht werden.

St. Johannes wurde 1916 als vierte evangelische Kirche in München eingeweiht. Die Pläne für das neoromanische Gotteshaus stammen von Albert Schmidt, der auch die evangelische Lukaskirche sowie die alte Münchner Hauptsynagoge, die im Juni 1938 auf Befehl Hitlers abgebrochen wurde, entworfen hatte.