Augsburg, München, Bamberg (epd). Augsburgs katholischer Bischof Bertram Meier hat Christen dazu aufgerufen, den Glauben nicht zur Privatsache zu machen. Angesichts von Krieg, Inflation und Rezession brauche die Gesellschaft die Stimme der Kirche, sagte Meier laut Mitteilung seines Bistums am Donnerstag in seiner Fronleichnamspredigt. Die Politik allein könne die Krisen nicht lösen.

Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl warnte vor einem Leben ohne Glauben. Eine Gesellschaft, die Gott vergesse, verliere letztlich an Orientierung und Sinn. In seiner Predigt im Dom sagte er, wer mit Gott durchs Leben gehe, könne "den Ängsten und den Angstmachern heute und in Zukunft widerstehen". Nach dem Gottesdienst zogen tausende Gläubige durch die Bamberger Altstadt. Ein 600 Kilogramm schweres Domkreuz wurde von 18 Männern getragen.

Marx: KI kann nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx forderte eine gesellschaftliche Debatte über Künstliche Intelligenz. Dabei bezog er sich auf die neue Enzyklika von Papst Leo XIV. Die Technologie sei eine Möglichkeit, die den Menschen dienen müsse. Es brauche dafür Regeln, die in einer offenen und demokratischen Gesellschaft gefunden werden müssten, sagte er in München vor mehr als 10.000 Gläubigen.

Künstliche Intelligenz könne zwar in einzelnen Bereichen leistungsfähiger sein als der Mensch, sagte der Kardinal. Sie könne aber nicht von sich aus zwischen Gut und Böse unterscheiden. "Der Mensch ist nicht nur eine Datenbasis, die optimiert wird", betonte Marx. Entscheidungen über den Einsatz von Technologie dürften nicht nur einigen wenigen mit Profitinteressen oder "Menschheitsfantasien" überlassen werden.