Altdorf bei Nürnberg, Frankfurt a.M. (epd). Die diesjährigen Poetikvorlesungen der Goethe-Universität in Frankfurt am Main hält der aus Bayern stammende Schriftsteller Joshua Groß. Der Titel "Neben sich selbst hergehen. Denken in Avataren" verspreche ein Nachdenken über die Rolle von Autorenschaft, Figurenkonstellationen und digitale Gegenwart, teilte die Universität am Donnerstag in Frankfurt mit. Wer "neben sich selbst hergeht", erlebe eine Verschiebung der Perspektive. Das Motiv des Avatars erinnere an digitale Welten sowie Masken und Projektionen, die in der literarischen Welt immer wieder Thema sind. Die Ausstellung "Die Horizonte der Shapeshifter" begleitet die drei Vorlesungen zwischen dem 9. und 23. Juni, die mit einer Lesung im Literaturhaus (24. Juni) ihren Abschluss finden.

Der 1989 in Altdorf bei Nürnberg geborene Autor zähle zu den eigenständigsten Stimmen in der jüngeren deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Er verschränke Gegenwartsbeobachtung und philosophische Reflexion mit popkulturellen Motiven, heißt es in der Mitteilung. Zuletzt habe der mehrfach ausgezeichnete Autor - darunter der Anna-Seghers-Preis 2019 - die Prosasammlung "Entkommen" sowie die Romane "Prana Extrem" und "Plasmatropfen" veröffentlicht.