Würzburg (epd). Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hat die Entscheidung der Regierung von Unterfranken kritisiert, einem geplanten Gipsbergwerk im Trinkwassereinzugsgebiet der Stadt Würzburg die Raumverträglichkeit zu bescheinigen. Die Regierung von Unterfranken wäge "in Zeiten der Klima- und Wasserkrise für Wirtschaftsleistung und nicht für das Lebensmittel Nummer 1 ab", sagte der BN-Landesvorsitzende Martin Geilhufe. Man appelliere jetzt an das Bergamt bei der Regierung von Oberfranken als letzte Instanz, das geplante Bergwerk doch noch zu stoppen.

Das Bergwerk des Iphöfer Baustoff-Herstellers Knauf nahe Altertheim im Kreis Würzburg soll innerhalb einer geplanten weiteren Schutzzone des Wasserschutzgebietes "Zeller Quellen" entstehen. Die "Zeller Quellen" versorgen laut BN rund die Hälfte der Würzburger Bevölkerung mit Trinkwasser. Knauf betont die Bedeutung des heimischen Gipsabbaus - auch für die Arbeitsplätze des Konzerns in der Region.

Regierung fordert "Umsetzung strenger Maßgaben zum Grund- und Trinkwasserschutz"

Am Freitag hatte die Regierung von Unterfranken mitgeteilt, sie gehe nach intensiver Prüfung davon aus, dass bei Umsetzung strenger Maßgaben zum Grund- und Trinkwasserschutz durch das geplante Bergwerk kein unkalkulierbares Risiko für die öffentliche Trinkwasserversorgung drohe. Ein Restrisiko verbleibe, werde jedoch als beherrschbar bewertet. Dies ist für den BN nicht nachvollziehbar: "Tatsächlich werden die vom Trinkwasserversorger nachgewiesenen fehlerhaften Risikobewertungen scheinbar bewusst ausgeblendet und die Risiken so kleingeredet", sagte der BN-Regionalreferent für Unterfranken, Steffen Jodl.

Es reiche nicht aus, Anpassungsstrategien für den Ernstfall einzufordern. Wenn Szenarien einträten, die Grund- und Trinkwasser gefährdeten, könne es längst zu spät sein - mit erheblichen Folgen für die Trinkwasserversorgung von mehr als 70.000 Menschen. Einen vom BN im Juni 2025 gestarteten Appell an die Staatsminister Hubert Aiwanger und Thorsten Glauber (beide Freie Wähler), sich gegen den Bau des Bergwerks einzusetzen, haben bislang 23.400 Menschen unterschrieben.