Nürnberg (epd). Die Diakonie Bayern sieht angesichts der aktuellen Zahlen zu wohnungslosen Menschen in Bayern keinen Grund zur Entwarnung. Zwar zeigten die am Freitag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Stichtag 31. Januar 2026 einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, teilte die Diakonie Bayern am Montag mit. Trotzdem seien nach wie vor 40.565 Menschen ordnungsrechtlich untergebracht und damit wohnungslos (2025: 44.850 Personen).
Hinzu kämen außerdem Personen, die "verdeckt wohnungslos" seien, also etwa bei Freunden oder Bekannten unterkämen, sowie Menschen, die auf der Straße leben. Damit bleibe Bayern eines der Bundesländer mit den höchsten absoluten Zahlen wohnungsloser Menschen, hieß es weiter. Besonders alarmierend sei, dass fast 40 Prozent der Betroffenen Familien mit Kindern oder Alleinerziehende seien. Mehr als jede dritte betroffene Person sei jünger als 25 Jahre, fast jede vierte sogar minderjährig.
Diakonie-Präsidentin kritisiert Kürzungspläne beim Wohngeld
Sabine Weingärtner, Präsidentin der Diakonie Bayern, forderte deshalb mehr bezahlbare Wohnungen, sowie "gezielte Hilfen, damit wohnungslose Menschen tatsächlich wieder ein Zuhause finden". Mit Blick auf Pläne der Bundesregierung, Kürzungen beim Wohngeld vorzunehmen, sagte die Diakonie-Präsidentin: "Wer beim Wohngeld kürzt, riskiert, dass aus finanziellen Schwierigkeiten Wohnungslosigkeit wird." Gerade das Wohngeld sei für viele Haushalte mit niedrigen Einkommen ein entscheidender Baustein, um ihre Wohnung überhaupt halten zu können. "Prävention ist menschlicher und am Ende auch deutlich günstiger als die Unterbringung in Not- und Übergangseinrichtungen."
Die Diakonie unterhält mehr als 200 Angebote der Wohnungsnotfallhilfe in Bayern.