München, Weilheim (epd). Der bayerische Landesbischof Christian Kopp hat Nationalismus und Rassismus als unvereinbar mit dem christlichen Glauben bezeichnet. Vor Gott seien alle Menschen gleich und besäßen die genau gleiche Würde, sagte der Theologe am Sonntag laut Predigtmanuskript in einem Festgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen der Gemeindediakonie in der Apostelkirche in Weilheim. "Nationalismus geht mit Gott nicht", betonte Kopp. Christen machten keine Unterschiede bei Hautfarbe oder sexueller Orientierung.

Gleichzeitig lenkte der Landesbischof den Blick auf die soziale Lage im Freistaat und kritisierte eine zunehmende Ausgrenzung. Fast 200.000 junge Menschen in Bayern seien von Armut bedroht, zudem wachse bundesweit mehr als eine Million Kinder unter Bedingungen auf, die ihre Lebenschancen massiv beeinträchtigten. Es brauche daher weiterhin das Engagement von Organisationen wie den Tafeln. "Wir brauchen diesen Einsatz für alle", forderte der Bischof.

Fokus auf die Diakonie

Kopp plädierte zudem für ein engeres Zusammenwirken von verfasster Kirche und Diakonie. Er wünsche sich, dass diakonische Projekte und Beratungsangebote in den Kirchengemeinden deutlich sichtbarer vorkommen, da beide tief in der Jesus-Botschaft wurzelten. Die Diakonie in Weilheim wurde vor dem Hintergrund der Folgen des Ersten Weltkriegs gegründet und organisierte auch während der NS-Diktatur Hilfe für Bedürftige.