München (epd). Zeitlich limitierte Beratungsdauer und weggekürzte Leistungen - der bayerische Landes-Caritasverband warnt vor Kürzungen im Entwurf der neuen Beratungs- und Integrationsrichtlinie. Trotz hohen Bedarfs könnte dadurch letztlich jede fünfte Vollzeitstelle wegfallen, heißt es in einer Mitteilung vom Mittwoch - und das in einem Bereich, der "seit Jahren am Anschlag" laufe. Werde der Entwurf nicht überarbeitet, drohe der Caritas Bayern zufolge "eine Verschlechterung der Versorgung von Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten", mit Folgen auch für Kommunen, Ehrenamtliche und die gesamte Integration.

Besondere Risiken sieht der Landesverband bei der Finanzierung. Die bestehenden Strukturen zur Integration müssten gesichert werden, anstatt sie weiter auszudünnen, heißt es weiter. Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, die sich in der Flüchtlings- und Integrationsberatung engagieren und zu denen auch die Caritas mit ihren Fachverbänden gehören, seien diejenigen, die "eine unabhängige Beratung in diesem sensiblen und politisch hoch aufgeladenen Bereich" sicherstellen. Sie unterstützten die Menschen, schneller in Arbeit zu kommen, auf eigenen Beinen zu stehen, selbst Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und einen Beitrag in die Sozialversicherung zu leisten.