Brno, München (epd). Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) haben am Samstag am Gedenkakt für die Opfer des Brünner Todesmarschs am Massengrab in Pohrlitz/Pohořelice und dem anschließenden Brünner Friedensmarsch teilgenommen. Der Gedenkakt mit Kranzniederlegung war in diesem Jahr Teil des 76. Sudetendeutschen Tages, teilte das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales am Samstag in München mit. Scharf ist Schirmherrschaftsministerin der Sudetendeutschen.

Scharf mahnte in ihrer Rede: "Das Massengrab steht für die unfassbaren Schrecken von Flucht und Vertreibung. Ein unaussprechliches Grauen, ein furchtbares Schicksal." Erinnerung sei nicht rückwärtsgewandt, sondern richtungsweisend. "Wir halten die Erinnerung wach. Wir trauern miteinander. Wir bauen Brücken, wo früher Gräben waren. Versöhnung statt Vergeltung. Dialog, Austausch und Verständnis statt Hass, Ausgrenzung und Gewalt." Der Brünner Friedensmarsch sei ein politisches Zeichen: "Versöhnung ist möglich und sie verlangt Verantwortung."

Erstmals in der Tschechischen Republik

Der Sudetendeutsche Tag wird seit 76 Jahren am Pfingstwochenende begangen, als jährliche Zusammenkunft der sudetendeutschen Volksgruppe. Zum ersten Mal wird er in diesem Jahr in der Tschechischen Republik ausgerichtet. Der sogenannte Brünner Todesmarsch am 31. Mai 1945 war Teil der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus Mähren. Tausende verstarben auf dem Weg von Brünn nach Niederösterreich. Zum Gedenken gehen Deutsche und Tschechen beim Brünner Friedensmarsch ab Pohrlitz/Pohořelice zusammen den Weg des Brünner Todesmarsches rückwärts nach Brünn.