München (epd). Das Risiko einer Infektion mit dem gefährlichen Borna-Virus ist in Bayern trotz eines leichten Anstiegs der Fallzahlen weiterhin gering. Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) sagte am Donnerstag, es sei allerdings wichtig, "dass die Menschen wissen, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können". Heuer seien bereits fünf Infektionsfälle registriert worden, drei mehr als im Vorjahreszeitraum. 2024 seien insgesamt nur zwei gewesen, ein Trend zur Zunahme lasse sich daraus aber nicht ableiten.
Das Borna-Virus (BoDV-1) führt zu einer schweren Gehirnentzündung. Alle fünf bayerischen Betroffenen aus dem Jahr 2026 starben infolge der Erkrankung. Christian Weidner, Präsident des Landesamts für Gesundheit, erläuterte: "Eine spezifische Therapie für BoDV-1-Infektionen oder einen Impfstoff gibt es bislang nicht." Daher bestehe die Behandlung im Wesentlichen aus unterstützenden Maßnahmen. Seit 2023 forsche man in einem speziellen Projekt, um mehr über die Borna’sche Krankheit beim Menschen herauszufinden, betonte er.
Vorsicht vor der Spitzmaus
Menschen stecken sich vor allem über den Kontakt zu Feldspitzmäusen und deren Ausscheidungen mit dem Virus an. Infektionen beim Menschen seien aber selten. Experten empfehlen als Vorsichtsmaßnahmen, den Kontakt mit lebenden und toten Spitzmäusen zu vermeiden, tote Spitzmäuse, die etwa von Katzen ins Haus gebracht werden, nie mit bloßen Händen anzufassen, und beim Reinigen von Schuppen und Dachböden Atemschutzmasken zu tragen, weil das Virus über Staub übertragen werden kann.
Das Virus kommt den Angaben zufolge vor allem in Bayern und weiteren Teilen Süd- und Ostdeutschlands vor, sowie auch in kleinen Teilen der Schweiz, Österreichs sowie in Liechtenstein. Als natürliches Reservoir gilt die Feldspitzmaus, die selbst nicht an der BoDV-1-Infektion erkrankt. Spitzmäuse sind kleiner als Hausmäuse und an ihrer langen, spitz zulaufenden Schnauze gut erkennbar.