Augsburg (epd). Mit rund 80 Veranstaltungen werden die diesjährigen Feierlichkeiten rund um das Augsburger Friedensfest (8. August) begangen. Unter dem Motto "Un_Sicherheit" werde vom 24. Juli bis zum 8. August zu einem Kulturprogramm eingeladen, das dieses "komplexe Thema aus politischen, sozialen, künstlerischen, religiösen und persönlichen Perspektiven beleuchtet", teilte das Friedensbüro der Stadt Augsburg am Mittwoch mit. Rund 60 Organisationen, Vereine, Kultureinrichtungen und zivilgesellschaftliche Initiativen beteiligen sich am Kulturprogramm.

"Sicherheit ist für mich weit mehr als die Abwesenheit von Gefahr", schreibt Oberbürgermeister Florian Freund (SPD) in seinem Grußwort im Programmheft. Sie sei die Voraussetzung dafür, dass eine Stadt funktioniert, im Alltag wie in Ausnahmesituationen. Der evangelische Dekan Frank Kreiselmeier betont in seinem Grußwort, dass Sicherheit für ihn Vertrauen bedeute und umgekehrt. Sicherheit trage aber auch die Gefahr in sich, dass sie träge mache. "Wer in solcher vermeintlichen Sicherheit erstarrt ist, sieht nicht mehr oder will nicht mehr wahrnehmen, wo andere in Unsicherheit leben und dringend Hilfe brauchen."

Erst ökumenischer Gottesdienst, dann Friedenstafel

Geboten würden zu diesem Spannungsfeld Gesprächsrunden, Theateraufführungen, Lesungen, Workshops, Ausstellungen und Konzerte, teilte das Friedensbüro weiter mit. Höhepunkt ist der 8. August, der in Augsburg ein gesetzlicher Feiertag ist. Um 10 Uhr findet der ökumenische Festgottesdienst in der Basilika St. Ulrich und Afra statt. Festprediger sind Dekan Kreiselmeier und der katholische Dekan Helmut Haug. Im Anschluss, um 11.15 Uhr, wird zur traditionellen großen Friedenstafel auf den Rathausplatz geladen.

Das Augsburger Hohe Friedensfest findet jedes Jahr am 8. August statt. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) durften die Protestanten in Augsburg ihren Glauben nicht ausüben. Erst der Westfälische Friede von 1648 brachte ihnen die rechtmäßige Gleichstellung mit der römisch-katholischen Kirche. In Erinnerung an die Gleichstellung führten die Protestanten Augsburgs im Jahr 1650 das Hohe Friedensfest ein. Seit 1985 feiern die beiden großen Kirchen diesen Tag ökumenisch. 2018 wurde das Friedensfest "Immaterielles Kulturerbe der Unesco".