Nürnberg, München (epd). Die aktuelle Hitzewelle ist laut der Diakonie Bayern eine große körperliche Belastung vor allem für ältere und pflegebedürftige Menschen. Eine flächendeckende Klimatisierung in Pflegeheimen gebe es allerdings nicht, weil diese viel zu teuer wäre, sagte Helena Armbrecht, Geschäftsführerin des Fachverbands Evangelische Altenhilfe in der Diakonie Bayern, dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Pflegekräfte - genauso wie auch pflegende Angehörige in den eigenen vier Wänden - sollten sich daher an bestimmte Regeln halten: nachts oder in den frühen Morgenstunden lüften, untertags die Wohnung verdunkeln, den Speiseplan anpassen durch mehr Obst und leichtes Essen, mehr Trinken und anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Solche Tipps seien zwar allgemein bekannt, man müsse sie sich jedoch immer wieder ins Gedächtnis rufen, sagte Armbrecht.
Manche Medikamente senken Durstempfinden
Je älter die Menschen seien, desto mehr Vorerkrankungen hätten sie. Dadurch steige auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie Medikamente benötigten, die das Durstempfinden senkten, sagte die Expertin weiter. Bei bettlägrigen Menschen sei es wichtig, ihnen Wasser so bereitzustellen, dass sie es auch problemlos selbst erreichen können. Bei Menschen mit Demenz müsse darauf geachtet werden, dass sie tatsächlich trinken.
Angesichts des Klimawandels und mehr Hitzetagen würden bei Neubauten von Pflegeeinrichtungen zwar Kühlung und Hitzeschutz mitgedacht und bessere Dämmungen eingebaut. Komplett durchklimatisiert seien aber die wenigsten Gebäude, sagte Armbrecht. Dafür würden inzwischen vor allem in größeren Einrichtungen kühle Zonen eingerichtet und in Aufenthaltsräumen mobile Kühlungsgeräte aufgestellt.
Der Fachverband Evangelische Altenhilfe ist ein Zusammenschluss von rund 150 Trägern, die dem Diakonischen Werk Bayern angehören.