Augsburg (epd). Augsburg und die Welt bereiten sich auf das Jubiläum "500 Jahre Confessio Augustana" im Jahr 2030 vor: Dazu wurden am Donnerstagabend die Pfarrer Maral Zahed und Hanns Hoerschelmann in ihr neues Amt eingeführt. Sie sollen als landeskirchliche Beauftragte das Jubiläum im weltweiten Vorbereitungsteam und in der Region Augsburg mitgestalten, teilte die bayerische evangelische Landeskirche am Freitag mit. Das Gedenkjahr sei nicht nur Anlass, an ein historisches Ereignis zu erinnern, sondern den christlichen Glauben neu zur Sprache zu bringen, sagte Oberkirchenrat Stefan Blumtritt beim Einführungsgottesdienst.

Die "Confessio Augustana" markiert einen Meilenstein der Reformationsgeschichte: Verfasst hat sie federführend der Reformator Philipp Melanchthon (1497-1560), übergeben wurde das Dokument an Kaiser Karl V. am 25. Juni 1530 auf dem Augsburger Reichstag. Das "Augsburger Bekenntnis" war die Grundlage für die damaligen Religionsgespräche und für den Augsburger Religionsfrieden von 1555, der das friedliche Miteinander von lutherischen und katholischen Christinnen und Christen rechtlich absicherte. Heute bekennen sich 154 Mitgliedskirchen in 99 Ländern mit mehr als 78 Millionen Christen zur "Confessio Augustana".

Zahed und Hoerschelmann teilen sich die Beauftragtenstelle

Das Jubiläum wird daher weltweit begangen. Für die Vorbereitung der Feierlichkeiten hat die Landeskirche eine gemeinsame Pfarrstelle eingerichtet, die sich Maral Zahed und Hanns Hoerschelmann teilen werden. Zahed eröffne neue Zugänge für Menschen, "die bisher nicht so sehr viele Berührungspunkte mit Kirche hatten", sagte Blumtritt. Hoerschelmann bringe als Direktor des landeskirchlichen Partnerschaftswerks "Mission EineWelt" (Neuendettelsau) seine Erfahrung im Lutherischen Weltbund und im ökumenischen Dialog ein.

Das Jubiläum 2030 soll die historische Bedeutung der "Confessio Augustana" mit den Fragen der Gegenwart verbinden, sagte Blumtritt. "Wir möchten die Menschen erleben lassen, was es bedeutet, einen lebendigen Glauben zu haben, wie er in Jesus Christus Halt gibt und was sich daraus für unser eigenes Handeln in dieser Gesellschaft und die Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung ableiten lässt." Höhepunkt des Festjahres wird die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes vom 20. bis 27. Juni in Augsburg sein.