Bamberg (epd). Anlässlich des 40. Jahrestages des Atom-Unfalls von Tschernobyl hat der Bund Naturschutz in Bayern (BN) am Sonntag eine zentrale Gedenkveranstaltung in Bamberg abgehalten. Am Tschernobyl-Denkmal auf dem Landesgartenschaugelände gedachten zahlreiche Gäste der Opfer der Katastrophe, teilte der BN mit. Der Ehrenvorsitzende Hubert Weiger erinnerte beim Auftakt im Gemeindezentrum der Erlöserkirche daran, "dass Atomenergie eine nicht beherrschbare Hochrisikotechnologie ist".
Zugleich sei deutlich geworden, dass selbst in demokratischen Systemen Informationen bagatellisiert und zurückgehalten werden. "Die damalige Bundesregierung wurde ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung nicht gerecht", sagte Weiger. Umso wichtiger seien unabhängige Institute, Krankenhäuser und Universitäten gewesen, die Messwerte veröffentlicht und gemeinsam mit Organisationen wie dem BN für eine glaubwürdige Aufklärung gesorgt hätten.
Verantwortung statt Entwarnung
Der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe warnte vor einer Verharmlosung der Atomenergie im aktuellen politischen Diskurs. Mini-Atomkraftwerke seien nicht sicherer, "die Endlagerfrage ist ungelöst und durch internationale Konflikte ist das Risiko schwerer Atomunfälle sogar gestiegen". Beim abschließenden Gedenken am Tschernobyl-Denkmal betonte Geilhufe: "Vierzig Jahre nach Tschernobyl gibt es keinen Grund zur Entwarnung - aber allen Grund zur Verantwortung." Diese Verantwortung gelte den Opfern von damals, den Menschen von heute und den kommenden Generationen.