München, Bad Nenndorf (epd). Im Juni sind in Bayern 21 Menschen beim Baden ertrunken. Dies war einer weniger als im Vorjahr (22 Ertrunkene), wie aus am Sonntag veröffentlichten Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bad Nenndorf (Kreis Schaumburg) hervorgeht. Bundesweit stieg die Zahl der Ertrunkenen im Juni durchschnittlich um ein Drittel.

In Deutschland insgesamt ertranken laut DLRG im Juni mindestens 99 Menschen - so viele wie seit 2003 nicht mehr in diesem Monat. Im damaligen Hitze-Juni waren mindestens 107 Menschen beim Baden tödlich verunglückt. Vergangenes Jahr waren es 69 Todesfälle in diesem Monat.

Mehr als 90 Prozent der Opfer waren männlich

Baden-Württemberg verzeichnete heuer mit 13 Badetoten fast doppelt so viele wie im Juni 2025 (7), ähnlich wie Nordrhein-Westfalen mit 22 Ertrunkenen (Juni 2025: 12).

Die meisten der bundesweiten Opfer in diesem Juni waren laut DLRG jung: 40 Menschen waren nicht älter als 30 Jahre. Mehr als 90 Prozent der Todesopfer waren männlich. "Es sind vor allem Männer, die zu viel Risiko eingehen und Gefahren unterschätzen", sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Auch gingen sie öfter berauscht von Alkohol oder anderen Drogen ins Wasser.

Die Auswertung des Unfallgeschehens zeigte laut DLRG bekannte Muster: Viele Menschen unterschätzten Gefahren, vor allem Strömungen und den Temperaturunterschied beim Sprung ins Wasser. Hinzu kämen fehlendes Schwimmvermögen, Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle.

DLRG mahnt zum Einhalten einfacher Regeln

In Naturgewässern könne "schon eine einzige Fehlentscheidung innerhalb weniger Sekunden schwerwiegende Folgen haben", sagte Vogt. Die meisten tödlichen Unglücke im Juni ereigneten sich in Seen, wo 55 Menschen ums Leben kamen. Weitere 21 Personen ertranken in Flüssen. Jeweils sechs Todesfälle verzeichnete die DLRG in Schwimmbädern, im Meer und in Kanälen.

Die DLRG mahnt zu Vorsicht und Aufmerksamkeit in den kommenden Sommerwochen. Wer sich an einfache Regeln halte, senke das Unfallrisiko erheblich.