Nürnberg (epd). Unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite" ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Tag der Arbeit (1. Mai) zu Kundgebungen auf. Die zentrale Hauptkundgebung findet heuer auf dem Nürnberger Kornmarkt statt. Allein im Freistaat planen die Gewerkschaften laut DGB Bayern knapp 80 Veranstaltungen. Auch der evangelische Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda) Bayern beteiligt sich mit Aktionen, Infoständen und Gottesdiensten.

Der Aufruf erfolge in einer Zeit, in der monatlich rund 15.000 Industriejobs in Deutschland abgebaut werden: "Viele Menschen fürchten, dass sie die nächsten sind, deren Arbeitsplätze verschwinden", sagte kda-Leiter Peter Lysy. Sie sorgten sich um ihre und die Zukunft ihrer Familien: "Als evangelische Arbeitsseelsorge sind wir an der Seite der betroffenen Menschen - in den Büros und Betrieben, bei Mahnwachen, aber auch solidarisch am 1. Mai."

kda: Das "Gegeneinander" nimmt zu

Zugleich würden zahlreiche Betriebs- und Personalräte sowie kirchliche Mitarbeitervertretungen neu gewählt, deren Engagement für konstruktive Lösungen oft unverzichtbar sei. Doch viele träten zur Wahl nicht mehr an, "weil sie die Last dieser Ämter nicht mehr ertragen", so Lysy. Hinzu komme, dass "das Gegeneinander" zunehme und sich das Recht des Stärkeren Bahn breche.

Darum unterstütze der kda den DGB-Appell für Jobsicherheit, eine gerechte Arbeitswelt und "eine Zukunft, die uns allen gehört": "Wir tun dies, weil wir an einen Gott glauben, dessen Güte, Gerechtigkeit und Treue allen Menschen gilt", teilte der kda mit. Am Freitag seien zahlreiche Angebote zwischen Augsburg und Selb geplant. In Nürnberg und in München etwa laden Mitarbeitende zu Mitmach-Aktionen und Gesprächen ein.