Im Judentum gab es unabhängig voneinander mehrere Bewegungen, die sich "die Frommen" (chassid = fromm) nannten. So flohen im dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus radikale jüdische Gruppen vor den Seleukiden in die Wüste. Als sie an einem Sabbat überfallen wurden, ließen sie sich widerstandslos dahinmeucheln – so heilig war ihnen das Sabbatgebot.
Im Mittelalter wiederum entstand in Deutschland parallel zur christlichen Mystik der jüdische "Chassidismus", eine Strömung, die Weltabgewandtheit, Gebet und Askese umfasste und inmitten von entsetzlichen Judenpogromen innere Sammlung und Gleichmut anstrebte. Auch der neuzeitliche Chassidismus hat seine Wurzeln in der Erfahrung von Verfolgung und Ausrottung: 1648 beispielsweise fielen im Osten Europas über 700 jüdische Gemeinden dem Wüten der Kosaken zum Opfer.
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