Bei "Wer wird Millionär?“ fällt eine Kandidatin bei einer Frage über den Papst von 16.000 auf 500 Euro zurück. Der Grund: Sie vertraut auf den falschen Rat ihres Zusatzjokers. Hättet ihr die richtige Antwort gewusst?

Seit 1999 stellt Günther Jauch montagabends Quizfragen bei RTL. Am gestrigen Montag, 31. August, setzte die Kandidatin Katharina Heun aus Lauf an der Pegnitz auf den Rat ihres Zusatzjokers – und verlor fast ihr gesamtes Geld.

Das war die Frage: 

Noch vor dem ersten öffentlichen Auftritt führt der Weg für einen soeben gewählten Papst zunächst mal ...?

        A: über die Seufzerbrücke
        B: in die Kammer der Tränen
        C: zum Baum der Erkenntnis
        D: durch das Tal des Todes 

Die Kandidatin entschied sich für die Antwort A. Doch richtig wäre die Antwort B gewesen. Was steckt hinter den einzelnen Orten?

Kammer der Tränen in Rom

Wenn weißer Rauch über der Sixtinischen Kapelle aufsteigt und die Glocken des Petersdoms läuten, ist der neue Papst zwar gewählt, aber noch nicht der breiten Öffentlichkeit bekannt. Zwischen der Annahme der Wahl und dem Auftritt auf der Benediktionsloggia liegt ein kurzer, aber symbolträchtiger Weg. Der Weg führt ihn dabei in die Kammer der Tränen.

Die sogenannte "Stanza delle Lacrime" befindet sich in einem Nebenraum der Sixtinischen Kapelle. Dort zieht sich der frisch gewählte Papst für einige Minuten zurück. In dem kleinen Raum legt er die weißen Papstgewänder an. In dem Raum sollen der Legende nach manche Päpste ihre Tränen vergossen haben - überwältigt von den Emotionen, die mit dem neuen Amt verbunden sind. 

Die Kammer markiert einen symbolträchtigen Moment des Übergangs zum neuen Amt. Wenn der neue Papst dann gekleidet ist, tritt er vor die Öffentlichkeit: Es öffnet sich der Vorhang der Benediktionsloggia des Petersdoms, und der berühmte Satz wird verkündet: "Habemus Papam" – wir haben einen Papst.

Die Seufzerbrücke in Venedig

Die Seufzerbrücke dagegen hat mit der Papstwahl nichts zu tun. Sie befindet sich in Venedig und verbindet den Dogenpalast mit einem historischen Gefängnis. 

Ihren Namen verdankt sie den angeblichen Seufzern der Gefangenen, die von dort aus zum letzten Mal auf die Lagune blickten.

Der Baum der Erkenntnis

Der Baum der Erkenntnis und das Tal des Todes sind biblische Motive. Der Baum der Erkenntnis wird im Buch Genesis erwähnt. Es handelt sich um den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.

Er befindet sich im Garten Eden und symbolisiert die Entscheidung zwischen Gehorsam und Übertretung. 

Das Tal des Todes

Das Tal des Todes ist eine Anspielung auf Psalm 23, in dem in der Luther-Übersetzung von einem "finsteren Tal" die Rede ist, durch das der Gläubige unter Gottes Schutz schreitet. Andere Übersetzungen sprechen dagegen vom "Tal des Todes". 

Psalm 23:4 lautet in der Lutherbibel: 

"Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich."