Wer auf der Kahlrückenalpe ankommt, ist weit weg vom Alltag. Das Berghaus des Dekanats Neu-Ulm liegt bei Sonthofen im oberen Illertal, auf 1185 Metern Höhe. Ringsum die Allgäuer Alpen, dazu Ruhe und Bergluft. Vor dem Haus gibt es eine Altarwiese, seit Mai auch eine große Panoramaterrasse mit Blick auf die Berge.
Als die Kahlrückenalpe vor dem Aus stand
Die "Kahle", wie sie von ihren Freunden genannt wird, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Noch vor gut zehn Jahren war die Zukunft des höchstgelegenen Gästehauses der Evangelischen Kirche am Wanken. Neue Brandschutzauflagen kamen hinzu, Investitionen waren nötig. Gleichzeitig war der Betrieb organisatorisch und finanziell schwierig geworden. Nach dem Wegfall des Zivildiensts fehlten zwei Menschen, die zuvor den Beherbergungsbetrieb unterstützt und viele handwerkliche Arbeiten übernommen hatten.
Der Dekanatsausschuss wollte deshalb die Kahlrückenalpe abgeben. "Die Gremien waren von der Kahle genervt", erinnert sich Stefan Reichenbacher, Pfarrer in Reutti und Holzschwang und Erster Vorsitzender des Fördervereins. "In jeder Sitzung des Dekanatsausschusses gab es einen Tagesordnungspunkt zur Berghütte. Das Haus war eine Belastung – finanziell wie organisatorisch", erinnert er sich. Dazu kamen viele Unklarheiten in den Zuständigkeiten, sodass die Belegung nicht immer rundlief.
Doch die Kahlrückenalpe bekam noch einmal eine Chance. Bei einer Sonder-Dekanatssynode zur Kahlrückenalpe 2017 wurde beschlossen, das Haus für drei Jahre weiterzuführen. In dieser Zeit sollte die Kehrtwende gelingen.
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