Nürnberg, München (epd). Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtpflege in Bayern fordert von der Staatsregierung mehr Geld für die Kitas im Freistaat. Zwar lese sich vieles von dem, was die Regierung nach ihrem Kindergipfel angekündigt habe, gut, sagte die bayerische Diakonie-Präsidentin Sabine Weingärtner am Freitag in ihrer Funktion als Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft. Das Grundproblem jedoch, "die steigenden Kosten für die Kinderbetreuung", sei bisher nicht angegangen worden.

Die gesetzliche Förderung der Kinderbetreuung deckt laut Landesarbeitsgemeinschaft maximal 60 bis 65 Prozent der tatsächlichen Betriebskosten von Kinderkrippen, Kindergärten und Horten ab. So ist es im 2005 verabschiedeten "Bayerischen Gesetz zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern" (BayKiBiG) einmal festgelegt worden. Doch seither hätten sich "die Anforderungen an die Betreuung von Kindern" ebenso stark verändert wie die zugrundeliegenden Zahlen - etwa die durchschnittliche tägliche Betreuungsdauer.

In der Praxis bedeutet das, dass viele Kitas unterfinanziert sind. Bis zu 40 Prozent der Betriebskosten müssten inzwischen von den Kommunen als freiwillige Leistungen, von den Trägern - also auch von den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege - und den Eltern getragen werden. In finanzschwachen Kommunen stiegen dann die Elternbeiträge oft stärker als andernorts. Dies erzeuge Chancenungleichheit. Die Landesarbeitsgemeinschaft fordert deshalb einen staatlichen Förderanteil von mindestens 80 Prozent der Kita-Betriebskosten.

Zur Landesarbeitsgemeinschaft gehören neben den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden Diakonie und Caritas auch die Arbeiterwohlfahrt, das Bayerische Rote Kreuz, der Paritätische in Bayern und der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern.