Ansbach (epd). Wieder ist in Bayern ein Greifvogel vergiftet worden. Anfang April sei ein toter Rotmilan In Irsingen im Landkreis Ansbach aufgefunden worden, teilte die Regierung von Mittelfranken vom Mittwoch mit. Nach einem toxikologischen Screening bestehe nun Gewissheit, dass sich im Mageninhalt Rückstände von Pentobarbital befunden hätten. Bei der Substanz handele es sich um ein Mittel, welches in der Tiermedizin zum Einschläfern eingesetzt wird. Vermutlich seien Giftköder ausgelegt worden, um gezielt Greifvögel zu töten.

Im vergangenen Jahr habe es 13 Vorfälle mit vergifteten Vögeln gegeben, allerdings in Zusammenhang mit dem Insektizid Carbofuran, das bei Hautkontakt auch beim Menschen Krämpfe auslösen kann, heißt es in der Mitteilung. "Es ist erschreckend, dass nach wie vor bayernweit streng geschützte Arten wie Wanderfalke, Habicht, Rotmilan, Mäusebussard, aber auch Eulen, Störche, Reiher und Raben illegal getötet werden", sagte Markus Bachmann, Vorsitzender der Kreisgruppe Ansbach des Landesbunds für Vogelschutz (LBV).

Der LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung wollen mit einer Plattform "Tatort Natur" dazu beitragen, dass solche Straftaten in Bayern künftig strikter verfolgt werden. Der Plattform seien 2021 bayernweit 60 Fälle von tot aufgefundenen Wildtieren gemeldet worden, hieß es. Spaziergänger, die einen toten Greifvogel, Eule, Storch, Reiher, Raben oder auch Fleischreste, Eier oder Geflügelteile auf einer Wiese oder im Feld finden, sollten dies der Polizei und zusätzlich online melden.