München (epd). Vor einer steigenden Waldbrandgefahr warnt Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU). Hitze und fehlender Regen ließen das Risiko für Waldbrände in Bayern wieder stark ansteigen, teilte ihr Ministerium am Sonntag in München mit. Vor allem in Nordbayern sei die Waldbrandgefahr derzeit hoch. Im Lauf der Woche steige sie an und weite sich auf nahezu ganz Bayern aus. Zugleich startet die Forstverwaltung noch im Juli ihre Waldzustandserhebung.

Kaniber rief Waldbesucher auf, weiterhin besonders achtsam zu sein, kein Feuer im Wald und in Waldnähe zu machen, dort nicht zu grillen oder Feuerwerkskörper zu zünden. Auch das seit März geltende Rauchverbot im Wald gelte es einzuhalten. "Ein Funke kann reichen", sagte Kaniber. Vorsichtig zu sein sei "gerade heuer besonders wichtig, wie wir bereits leidvoll erleben mussten". Anfang Mai gab es am Saurüsselkopf bei Ruhpolding einen großen Waldbrand, zudem brannte am Freitagabend (10. Juli) ein Waldstück im Süden von Nürnberg.

Auch heiße Katalysatoren von Autos sind gefährlich

Trockene Nadel- und Laubstreu sowie am Boden liegende Zweige seien leicht entzündlich, hieß es. Besonders hoch sei die Waldbrandgefahr in stark besuchten Ausflugsgebieten, lichten Nadelwäldern und sonnigen Hanglagen. Wegen heißer Katalysatoren sollte man sein Auto oder Motorrad nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen. Kaniber appellierte an Waldbesitzer, Reisig- oder Kronenmaterial nicht zu verbrennen. Eine Entspannung der Lage werde erst wieder mit einsetzenden Niederschlägen erwartet.

Wie gesund Bayerns Wälder sind, untersucht die Forstverwaltung in den kommenden Wochen mit der jährlichen Waldzustandserhebung. Laut Kaniber sei dies "gerade mit Blick auf den Klimawandel unerlässlich". Beobachtet werde, wie die Baumarten auf extreme Witterungen reagieren. Diese Daten bildeten eine wichtige Grundlage für Forschung und Praxis.

Bereits 90 Millionen "Zukunftsbäume" wurden gepflanzt

Die letzten Ergebnisse machten deutlich, dass Trockenheit und Hitze den Wäldern zusetzen. Im vergangenen Jahr zeigten fast 40 Prozent der erfassten Bäume deutliche Schäden. Die wichtigste Maßnahme für den Klimaschutz sei der Waldumbau, so die Ministerin. Dabei komme Bayern gut voran - seit 2020 seien 90 Millionen neue "Zukunftsbäume" gepflanzt worden.

Im Juli und August begutachten Teams rund 16.000 Bäume an 452 Inventurpunkten bayernweit. Sie erfassen den Nadel- und Blattverlust und dokumentieren Schäden, die durch Insekten- und Pilzbefall oder Stammverletzungen passiert sind.

Die Waldzustandserhebung wird seit 1983 durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Herbst dem Landtag vorgestellt und dann im Internet veröffentlicht.