München (epd). Nach mehreren Waldbränden in Bayern fordert der Bund Naturschutz (BN) einen deutlich schnelleren Umbau der Wälder. Der aktuelle Brand im Manteler Forst bei Weiden sowie Feuer am Saurüsselkopf im Mai und in der Lackenbergwand Ende Juli seien deutliche Warnsignale, erklärte der BN.
"Wenn die Staatsregierung den Waldumbau nicht massiver vorantreibt, drohen uns südeuropäische Verhältnisse mit verheerenden Waldbränden", warnte BN-Landesvorsitzender Martin Geilhufe. Naturnahe Mischwälder seien widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre und Brände. Der BN fordert deshalb mehr Geld und Personal für den Waldumbau sowie eine konsequentere Jagd, um den Wildverbiss zu verringern.
Waldumbauoffensive erst in den Anfängen
Seit 2020 seien rund 90 Millionen Bäume gepflanzt und etwa 112.000 Hektar Wald zu Mischwäldern umgebaut worden. Nach Angaben des BN warten in Bayern jedoch noch mehr als 620.000 Hektar reine Nadelforste auf den Umbau in klimastabile Mischwälder. "Angesichts der Dimension der Aufgabe ist dies jedoch erst ein Anfang", sagte der BN-Wald- und Jagdreferent Ralf Straußberger und forderte, stärker auf natürliche Verjüngung zu setzen. So könnten etwa Eichen durch Eichelhäher und Tannen auf natürliche Weise nachwachsen.
Der Verband setzt zudem auf mehr Klimaschutz und einen stärkeren Schutz der Wälder vor Rodungen. Nur so könnten die Maßnahmen gegen die zunehmende Waldbrandgefahr langfristig Wirkung zeigen.