München (epd). Ein Aktionsbündnis aus 25 Organisationen hat am Montag auf der Münchner Theresienwiese für einen starken und zukunftsfähigen Sozialstaat demonstriert. Dem Bündnis gehe es dabei nicht um die bloße Verteidigung des Bestehenden, sagten Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern, Sven Göpel, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege Bayern, und Philipp Seitz, Präsident des Bayerischen Jugendrings, stellvertretend für die Teilnehmenden vor der "Bavaria". Der Sozialstaat müsse weiterentwickelt, modernisiert und gestärkt werden, damit er auch kommenden Generationen Sicherheit und Perspektiven bieten könne.
Stiedl forderte etwa kluge Strukturreformen. Außerdem müssten extrem Reiche mehr zur Verantwortung gezogen werden. "Als DGB rufen wir am 26. September zu bundesweiten Demonstrationen auf. Denn wir sind nicht bereit, tatenlos zuzusehen, wenn soziale Errungenschaften infrage gestellt, Arbeitnehmerrechte geschwächt und die Lasten einer schwierigen Zeit allein auf Beschäftigte, Familien, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen in prekären Lebenslagen abgewälzt werden sollen."
Soziale Infrastruktur ist Fundament der Gesellschaft
Die Soziale Infrastruktur sei kein Kostenfaktor, sondern gesellschaftliches Fundament, sagte Göpel, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege. Alle Menschen seien in bestimmten Lebensphasen oder -situationen auf verlässliche Unterstützung angewiesen. Wer an der sozialen Versorgung spare, spare an der falschen Stelle. "Denn wo soziale Strukturen wegbrechen, wachsen soziale Ungleichheit, Ausgrenzung, Vertrauensverlust und gesellschaftliche Spaltung."
Philipp Seitz, Präsident des Bayerischen Jugendrings, machte sich für die Anliegen der jungen Leute stark: "Generationengerechtigkeit bedeutet, dass Herkunft oder Geldbeutel nicht über die Zukunftschancen junger Menschen entscheiden." Es brauche gute Bildung, bezahlbaren Wohnraum, verlässliche Mobilität und eine starke Jugendarbeit. "Jugendarbeit ist kein freiwilliges Extra, sondern eine Pflichtaufgabe und Teil der sozialen Infrastruktur, die Gemeinschaft schafft, Teilhabe ermöglicht und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt."
Das Aktionsbündnis "Gemeinsam für einen starken und zukunftsfähigen Sozialstaat" vereint 25 Organisationen und Initiativen aus Gewerkschaften, Sozialverbänden, Wohlfahrtsorganisationen, kirchlichen Initiativen, Vereinen, Betroffenenverbänden und weiteren zivilgesellschaftlichen Bereichen.