München (epd). Der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck hat die Bedeutung des Lebenspartnerschaftsgesetzes hervorgehoben, das am 1. August 2001 in Kraft getreten war. Die Entwicklung von Lebenspartnerschaft und Eheöffnung sei "eine echte Erfolgsgeschichte des demokratischen Diskurses", sagte Beck am Montag in einem Radio-Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (BR). Es sei gelungen, "innerhalb weniger Jahrzehnte eine Mehrheit der Bevölkerung davon zu überzeugen, dass es nur fair und gerecht ist, wenn man schwulen Bürgern und lesbischen Bürgerinnen die gleichen rechtlichen Regelungen eröffnet, wie sie die heterosexuelle Mehrheit seit jeher hat". Beck hatte maßgeblich an der Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft für Homosexuelle vor 25 Jahren mitgearbeitet.

Gleichzeitig warnte Beck vor einer Verschlechterung des gesellschaftlichen Klimas durch die AfD und Extremisten. Man habe in den letzten Jahren zum Beispiel bei den Paraden des Christopher Street Days (CSD) eine Zunahme von rechtsextremistischen Attentaten oder Angriffen oder gewalttätigen Übergriffen und Protesten gesehen. Heute gingen "von Rechtsextremisten und Islamisten existenzielle Gefährdungen von Schwulen und Lesben und Transpersonen aus, die eben tödlich sein können".

Beck: Bundeskanzler sollte mal bei CSD sprechen

Beck wünschte sich mehr sichtbare Unterstützung der Politik für die queere Community. "Ich fände es auch gut, wenn der Bundeskanzler mal zu einem gesellschaftlichen Event wie dem CSD kommen würde oder sprechen würde." Besonders wichtig sei ihm eine grundgesetzliche Absicherung der erreichten Gleichstellung, "indem man klarstellt, dass in Artikel 3 Grundgesetz auch niemand, weil er schwul ist oder lesbisch ist, benachteiligt oder bevorzugt werden darf".