München (epd). Der Dokumentarfilm "Children of the mist" ("Kinder des Nebels") erhält den Münchner Dok.fest-Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit. Erzählt werde die Geschichte der 13-jährigen Di aus einer Hmong-Familie in Nordvietnam, teilte das Filmfestival am Dienstag mit. Das Mädchen wachse heran mit Lippenstift, Selfies und Social Media - und der archaischen Tradition, dass Mädchen beim Neujahrsfest von Jungen geraubt werden. Auch wenn Kinderhochzeiten inzwischen gesetzlich verboten seien, werde Di tatsächlich von einem Jungen gekidnappt. Gegen eine Hochzeit wehre sie sich mit Händen und Füßen, die Familien der Kinder dagegen verhandelten über die Hochzeit.
"Mit großer Nähe zu den Protagonistinnen, viel Raum für erzählerische Zwischentöne und in jeder Hinsicht künstlerisch überzeugend gelingt der Regisseurin Diem Ha Le ein wichtiger Film mit hoher gesellschaftlicher Relevanz", urteilte die Jury. Die Mädchen und Frauen in dieser entlegenen Region der Welt kämpften für ihre Rechte und seien zerrissen zwischen Tradition und Selbstbestimmung. Die Regisseurin Diem Ha Le, die selbst aus Nordwestvietnam stammt, habe länger bei der Familie von Di gelebt und schaffe eine seltene Intimität. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird bereits zum neunten Mal verliehen.
Der Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit wird bei der Preisverleihung des Dok.fest München am 14. Mai im Deutschen Theater verliehen. Die Auszeichnung soll Aufmerksamkeit für Filme schaffen, die in besonderer Weise die Perspektive von Kindern und Jugendlichen sichtbar machen. Das Dok.fest München findet vom 4. bis 15. Mai statt. Gezeigt werden 124 Filme aus 55 Ländern.