Bayreuth (epd). Unbekannte Täter haben die Bayreuther Schlosskirche beschmiert. Dabei hätten sie keine reformatorischen Thesen hinterlassen, sondern antichristliche Graffiti, meldete das Polizeipräsidium Oberfranken am Montag. Am Freitagvormittag um kurz nach 11 Uhr hätten die Täter zwei auf dem Kopf stehende Kreuze an die Eingangssäulen der katholischen Kirche gesprüht. Die auch als "Petruskreuze" bezeichneten Symbole seien zirka zwei Meter groß. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 500 Euro. Zeugen können sich an die Kriminalpolizei Bayreuth unter der Telefonnummer 0921/506-0 wenden.

Die Schlosskirche ist eines der Wahrzeichen von Bayreuth. Sie wurde Mitte des 18. Jahrhunderts im Auftrag des Markgrafenpaares Wilhelmine und Friedrich III. erbaut. Der ursprünglich lutherische Kirchenbau ist die einzige heute katholische Kirche unter rund 200 Sakralbauten überwiegend im oberfränkischen Raum, die zwischen 1603 und 1810 im sogenannten "Markgrafenstil" errichtet wurden. Deren gemeinsames Markenzeichen ist der "protestantische Barock" - eine spezielle künstlerische Architektur- und Bildsprache, in der sich die lutherische Lehre spiegelt. Charakteristisch sind etwa umlaufende Emporen oder die Darstellung eines "offenen Himmels" im Deckengemälde.