Berlin, Deggendorf (epd). Knapp ein Viertel aller Landkreise und kreisfreien Städte (98) besitzt laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) mindestens ein hohes Risiko für schwere Schäden bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser. In weiteren 184 Kreisen herrscht ein mäßig hohes Risiko, wie aus dem am Montag von der DUH veröffentlichen "Hochwasser-Check 2026" hervorgeht. Der Hochwasser-Risikograd wurde demnach aus der bei einem Jahrhunderthochwasser potenziell von Schäden betroffenen Fläche und den aktuell gefährdeten Wohnadressen errechnet.
Unter den zehn am höchsten eingestuften Kreisen liegen zwei in Bayern: der Landkreis Deggendorf auf dem dritten Platz und Straubing-Bogen auf dem zehnten. Dazu kommen Schwandorf auf Platz 16 und der Landkreis Main-Spessart auf Rang 20. Auch die Landkreise Donau-Ries und Dillingen an der Donau haben ein hohes Risiko, sie liegen auf Platz 22 und 24. Den höchsten Risikograd weist laut Studie der Ortenaukreis in Baden-Württemberg auf.
Erstmals betrachtet DUH Hochwasserrisiko für Landkreise
Der Bundesgeschäftsführer der DUH, Sascha Müller-Kraenner, forderte angesichts der Ergebnisse einen flächendeckenden Hochwasserschutz in Deutschland. Die effektivste Maßnahme sei demnach der Auenschutz. Besonders an dicht besiedelten Flussläufen sei das potenzielle Schadensmaß besonders hoch. Erstmals betrachtete die DUH das Hochwasserrisiko auf Kreisebene.
Mitte Juli 2021, vor fünf Jahren, kamen in Deutschland infolge von Flutkatastrophen 185 Menschen ums Leben. 136 davon starben in Rheinland-Pfalz, fast alle im Ahrtal. 49 Tote gab es in Nordrhein-Westfalen.
Anfang Juni 2024 war es in Teilen Bayerns und Baden-Württemberg zu einer Hochwasserkatastrophe gekommen. In Bayern waren vor allem Schwaben, Oberbayern und Niederbayern betroffen; 15 Landkreise und drei kreisfreie Städte riefen den Katastrophenfall aus. Die Hochwasserlage richtete massive Schäden an Wohnhäusern, Betrieben und Infrastruktur an und verursachte in Bayern Schätzungen zufolge allein versicherte Schäden von bis zu drei Milliarden Euro.