Ulm (epd). Die Hitzeperiode hat auch Auswirkungen auf das "Nabada", einem traditionellen Bootsumzug auf der Donau, am Schwörmontag (20. Juli) in Ulm. Die Schiffchenparade, bei der im Rahmen des Ulmer Spezialfeiertags neben Themen- und Musikantenschiffen Tausende Menschen mit Gummibooten oder selbst gebauten Wasserfahrzeugen mitmachen, wird wegen des geringen Wasserstandes langsamer vorwärtskommen und länger dauern.

Derzeit hat die Donau eine Fließgeschwindigkeit von rund 38 Kubikmetern pro Sekunde, Mitte Juni waren es noch über 60 Kubikmeter. Deshalb könne der Wasserumzug in diesem Jahr "durchaus einige Stunden dauern", sagte "Nabada"-Organisationsleiter Marco Schwender dem SWR. Es sei nicht möglich, die Fließgeschwindigkeit am Schwörmontag kurzfristig zu steigern.

Tradition seit 1379

Das "Nabada" ist ein Höhepunkt der Feierlichkeiten um den Ulmer Schwörmontag, der jeweils am vorletzten Montag im Juli begangen wird. Ihren zusätzlichen Feiertag verdanken die Ulmer einer demokratischen Gepflogenheit: Seit 1379 bestätigt der Ulmer Oberbürgermeister öffentlich die Stadtverfassung, gibt einen Bericht zur Lage der Stadt und bekräftigt die alte Eidesformel, allen Bürgern ein "gemeiner Mann zu sein in allen gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen ohne Vorbehalt".

Am Schwörmontag sind am Nachmittag viele Behörden und Geschäfte geschlossen, die Schülerinnen und Schüler dürfen früher nach Hause gehen. Zum umfangreichen Festprogramm gehört neben der skurrilen Wasserarmada eine Lichterserenade am Samstagabend, bei der die Ulmer Brücken mit Feuerwerken illuminiert sind und mehrere tausend kleine Lichter die Donau hinabgleiten.