München (epd). Mit einem besonderen Appell richtet sich die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Bayern an junge Männer. Sie sollten beim Baden an Seen oder Flüssen Warnhinweise respektieren und auf Mutproben verzichten, plädierte die DLRG Bayern am Mittwoch. Außerdem sollten sie Freunde und Arbeitskollegen gezielt fragen, "ob sie tatsächlich sicher schwimmen können". Bis Ende Juli 2026 seien in Bayern 54 Menschen beim Baden ertrunken, 19 davon waren Männer zwischen 20 und 30 Jahren. Mehrere von ihnen konnten den Angaben zufolge nicht oder kaum schwimmen.
Auch ältere Menschen sind laut DLRG besonders gefährdet: 17 über 70-Jährige waren unter den Ertrunkenen. Als Ursache würde bei ihnen meist eine Vorerkrankung des Herz-Kreislauf-Systems vermutet. Man rate Senioren deshalb, "ihren Arzt zu fragen, ob Schwimmen im See für sie das richtige ist", so die DLRG.
Kampagnen-Slogan: DU bist die Aufsicht!
Mit 54 Badetoten verzeichne der Freistaat einen Negativrekord: In keinem anderen Bundesland seien bislang im laufenden Jahr mehr Menschen ertrunken. Allerdings habe es in Bayern mit seinen zahlreichen Gewässern schon öfter vergleichbare Sommer mit hohen Opferzahlen gegeben. Sich ausschließlich auf die 3.400 ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Rettungswachten zu verlassen, reiche nicht: "Es braucht das Verantwortungsbewusstsein aller Bürgerinnen und Bürger, um die Zahl der Badeunfälle nachhaltig zu senken", erklärte DLRG-Sprecher Dominik Schneider. Vor allem Eltern sollten sich nicht von ihrem Handy ablenken lassen, während die Kinder im Wasser seien. Die aktuelle Aufklärungskampagne aus Social Media trage deshalb den Slogan: "DU bist die Aufsicht!"