Rothenburg o.d. Tauber (epd). Die Südtiroler Textildesignerin und Künstlerin Arianna Moroder wird dieses Jahr "Artist in Residence" der evangelischen Tagungsstätte Wildbad Rothenburg. Moroder ist in Bozen geboren, hat Textildesign in Mailand, Amsterdam und Berlin studiert und betreibt zusammen mit ihrer Schwester Tessa seit 2016 im italienischen Prato das Textillaboratorium "Lottozero", wie das Wildbad am Freitag mitteilte. Neben dem Taktilen des Materials spielt für Arianna Moroder vor allem der Entstehungsprozess eines Produkts mit Fokus auf dessen Nachhaltigkeit eine große Rolle.
Moroder (Jahrgang 1985) hat Ende März erstmals das Wildbad besucht und sei "sofort fasziniert" gewesen von dem Ort, seiner Vielfältigkeit, aber auch vom stetigen Wandel seiner Bedeutung sowie Nutzung über die Jahrhunderte, teilte das Wildbad weiter mit. Arianna Moroder könne "schon heute mit Gewissheit über ihre Skulptur für Rothenburg sagen", dass eine "essenzielle Intension" der von ihr geplanten Installation "die fortlaufende Veränderung des Objekts durch äußere Einflüsse" sein wird. Dadurch werde sich auch das Aussehen und die Bedeutung ihres Kunstwerkes verändern.
Auf Vorschlag einer Fachjury kommen seit dem Jahr 2017 jährlich Künstler zu mehrmonatigen Arbeitsaufenthalten in das am Tauber-Ufer gelegene Tagungshaus. In einem künstlerisch freien und ergebnisoffenen Schaffensprozess entwickeln sie ein Kunstwerk, das dauerhaft in der Parkanlage des Wildbads verbleibt. Ihr "Atelier auf Zeit" schlagen die Künstler in der Gipsmühle des Wildbads auf. Das Projekt "art residency wildbad" ist auf mindestens zehn Jahre angelegt. Heuer findet mit der Einladung an Arianna Moroder die sechste Runde des ambitionierten Kunstprojektes statt.
Die Fachjury schlägt jährlich neue Künstler oder Gruppen mit professioneller Ausbildung sowie nationaler und internationaler Ausstellungs- und Projekterfahrung für die "art residency" vor. Selbst bewerben kann man sich für die "art residency wildbad" nicht. Bisherige Künstler waren das Duo Böhler & Orendt (2017), Ulrike Mohr aus Berlin (2018), die Brasilianerin Laura Belém (2019), die Grazer Gruppe "Breathe Earth Collective" (2020) und der in Bamberg geborene Künstler Benjamin Zuber (2021). Neben Kost, Logis und Atelier erhalten die Künstler ein Budget von 30.000 Euro.