München (epd). Der Sozialverband VdK Bayern fordert die Einführung eines Gehörlosengeldes im Freistaat - analog zum bayerischen Blindengeld. "Gehörlose und hochgradig schwerhörige Menschen brauchen zuverlässige finanzielle Unterstützung für ihre Teilhabe in allen Lebensbereichen", sagte VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher am Mittwoch laut Mitteilung. Rund 15.000 Menschen in Bayern seien betroffen. Deshalb unterstütze sie auch eine Resolution des Netzwerks Hörbehinderung (NHB) zur Einführung eines bayerischen Gehörlosengeldes.

"Die Staatsregierung ist in der Pflicht, für gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderung zu sorgen", sagte Mascher. Gehörlosen und hochgradig schwerhörigen Menschen entstünden im Alltag hohe Kosten, die bisher von keinem Kostenträger übernommen würden. So müsse beispielsweise ein gehörloser Elternteil mit 170 Euro für zwei Stunden plus Fahrtkosten rechnen, um mit einem Gebärdensprachdolmetscher einen Elternabend besuchen zu können.

Auch für Fahrschule, Behördengänge oder ehrenamtliche Tätigkeiten müssten die Dolmetscherkosten aus eigener Tasche bezahlt werden, sagte Mascher weiter. Die Mehraufwendungen belaufen sich nach einer Umfrage des Netzwerks Hörbehinderung (NHB) insgesamt auf zwischen 380 und 500 Euro pro Monat. Gehörlosengeld auf Antrag gibt es laut VdK-Angaben bereits in sieben Bundesländern, zuletzt hatte es Hessen eingeführt.