Regensburg (epd). Das deutsche Rettungsschiff "Sea-Eye 5" hat 52 Menschen bei zwei Rettungseinsätzen aus Seenot im Mittelmeer gerettet. Wie die Hilfsorganisation Sea-Eye am Dienstag mitteilte, empfing die Crew ihres Rettungsschiffes am Samstag einen Notruf, dass sich ein seeuntüchtiges Schlauchboot in der libyschen Such- und Rettungszone in Seenot befinde. Die "Sea-Eye 5" habe alle 20 Menschen sicher an Bord nehmen können.

Nachdem Vibo Valentia (Italien) als sicherer Hafen zugewiesen worden sei, sichtete die Crew am Sonntagmittag einen weiteren Seenotrettungsfall mit 32 Menschen an Bord in der maltesischen Such- und Rettungszone. In der Nacht von Montag auf Dienstag seien alle 52 Menschen sicher in Italien an Land gegangen.

Zwei weitere Rettungseinsätze ohne Erfolg

Ein weiterer Seenotrettungsfall kurz nach der ersten Meldung endete laut Mitteilung hingegen ohne Erfolg. Obwohl sich die "Sea-Eye 5" auf dem Weg dorthin befand, hätten unbekannte libysche Akteure das Boot nach Libyen zurückgeführt, wo die Geflüchteten "schwerster Gewalt und der Internierung in Haftlagern" ausgesetzt seien, hieß es. "Ein Pullback ist keine Rettung", sagte Sea-Eye-Vorsitzende Anna di Bari laut Mitteilung. In der Nacht suchte die Crew nach einem weiteren Boot, das einen Notruf abgesetzt hatte. Die Suche blieb jedoch erfolglos.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bereits mehr als 1.972 Menschen beim Versuch der Überfahrt ums Leben gekommen. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen.