Isabelle Freund ist keine klassische Theologin. 13 Jahre lang arbeitete sie als Wirtschaftsingenieurin im Projektmanagement, bevor sie ein inneres "Klingeln" und ein ehrlicher Kommentar ihres Mannes dazu brachten, ihr Leben noch einmal komplett umzukrempeln. 2024 wurde sie ordiniert und bringt seitdem wertvolle Erfahrungen aus der Wirtschaft in die Kirchenstrukturen ein – etwa einen partizipativen Führungsstil, der Ehrenamtliche in ihren Kompetenzen ernst nimmt.
Kirche muss zu den Menschen kommen
Statt darauf zu warten, dass die Menschen sonntags um 10 Uhr in die Kirche kommen, geht Freund neue Wege. Mit Formaten wie "Gott in der Bar" verlegt sie den Gottesdienst in die Kneipe – roter Sessel und Popmusik inklusive. Bei der "Offline-Kirche" lädt sie zum analogen Beisammensein ohne Smartphone ein, um der Einsamkeit entgegenzuwirken.
Für die Zukunft wünscht sich die Pfarrerin eine durchlässigere Kirche. Der Gedanke, dass man nur in seiner fest zugeteilten Ortsgemeinde aktiv sein kann, sei überholt. "Wir müssen uns strukturell extrem verändern", so Freund. Gleichzeitig nimmt sie auch die Gläubigen in die Pflicht: Wer ein bestimmtes Format – ob hochliturgisch oder modern – suche, müsse auch bereit sein, dafür mal ein paar Kilometer zu fahren.
Die ganze Folge mit Isabelle Freund gibt es ab sofort in der neuen Ausgabe von "Himmel & Hier" überall, wo es Podcasts gibt.