Rummelsberg, Nürnberg (epd). Unter dem Motto "Cool pflegen" bildet die Rummelsberger Diakonie ihre Mitarbeitenden beim Thema Hitzeschutz weiter. "Hitze wird für unsere Klientinnen und Klienten genauso wie das Personal immer mehr zu Belastung", erzählte Dimitri Schmal, Pflegedienstleiter in der Diakoniestation Lichtenhof in Nürnberg, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag. Vor allem in den letzten zwei bis vier Jahren habe die Hitzebelastung zugenommen. Seit rund anderthalb Jahren setze man konkrete Schutzmaßnahmen um.

Am Montag fand in der Diakoniestation Lichtenhof ein Workshop mit fachlichem Input und Erfahrungsaustausch statt. Unterstützt wird die Diakonie vom Klinikum der Universität München, das bayernweit Einrichtungen und Träger berät. Das Ziel dabei sei, die Hitzekompetenz vor Ort zu stärken, praxistaugliche Hitzeschutzmaßnahmen zu entwickeln und diese nachhaltig umzusetzen, teilte das LMU Klinikum mit. Es helfe unter anderem bei der Erstellung eines Hitzeschutzkonzepts und stelle eine Wissens- und Fördermitteldatenbank bereit. Das Angebot gibt es auf einer Online-Plattform zusätzlich in einfacher Sprache, damit auch Pflegekräfte mit Migrationshintergrund Zugang zu wichtigen Informationen haben, hieß es.

Schulungen für das Personal

Laut Dimitri Schmal ist die Herausforderung durch Hitze in der Pflege besonders groß, da Mitarbeitende sowohl auf die stark gefährdeten Klienten als auch auf ihre eigene Gesundheit achten müssen. Für das Personal gebe es daher etwa regelmäßige Hitzeschulungen, Isolierflaschen für kalte Getränke und Kühltücher, die durch Verdunstungskälte bei der Regulation der Körpertemperatur helfen. In der ambulanten Versorgung achte man im Sommer darauf, Hausbesuche vor allem auf die Morgenstunden zu legen.

Das vom Bayerischen Gesundheitsministerium geförderte Projekt "Cool pflegen: Hitzeschutz - Pflege in Bayern" untersucht der Mitteilung zufolge auch den Einsatz von Kühlwesten bei ambulanten Pflegediensten. Damit wolle man fundierte Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die Hitzebelastung von Pflegekräften wirksam reduziert werden kann. "Wenn es unserem Personal besser geht, können sie auch die Klienten viel besser pflegen", sagte Schmal.