Ansbach (epd). Die Bayreuther Regionalbischöfin Berthild Sachs hat zum Ordinationsjubiläum in der Ansbacher St. Johanniskirche den spürbaren Frust im Pfarrberuf offen angesprochen. Viele Geistliche erlebten die aktuellen kirchlichen Umbrüche als Belastung, sagte sie bei der Feier am Montag. Manche Kolleginnen und Kollegen würden aus Selbstschutz gar nicht mehr an den Jubiläumsfeiern teilnehmen: "Die Kirche, in der ich ordiniert wurde, gibt es nicht mehr", zitierte Sachs eine Pfarrerin.

Das kirchliche Leben sei heute vielerorts von "bleierner Müdigkeit, innerer Leere" und unversöhnlichen Fronten geprägt, räumte die Theologin vor den Festgästen ein. Die Last aus Frust, Enttäuschung, Entfremdung sowie dem Gefühl des Übersehen-Werdens ziehe viele Aktive spürbar nach unten. Sachs forderte die Jubilare aber auf, trotz der Ängste im Gepäck neue Ufer anzusteuern: "Gott verheißt in den Übergängen nicht Gelingen, sondern Mitgehen", betonte die Regionalbischöfin.

Sachs ruft zu Mut in der Krise auf

Sachs zog Parallelen zur biblischen Josua-Erzählung und rief dazu auf, gerade im Wandel unverzagt zu bleiben. Die Kirche stehe gegenwärtig mitten im "Fluss der Veränderungen". Es bleibe die Verantwortung der Geistlichen, als Hörende voranzugehen. Das biblische Leitwort "Sei getrost und unverzagt" erweise sich als Zuspruch mit Langzeitkraft, der Menschen auch im Scheitern standhalten lasse.