Nürnberg (epd). Die Anteile der bayerischen Mitglieder an der Genossenschaft für Entwicklungszusammenarbeit, Oikocredit, sind im vergangenen Jahr um zwei Millionen Euro auf rund 90 Millionen Euro gestiegen. Wie der Förderkreis Bayern am Dienstag mitteilte, hat sich die Mitgliederzahl um ein Prozent auf 4.335 Menschen und Organisationen erhöht. Dies sei eine etwas geringere Steigerung als in den Vorjahren. Weil man aber die Anlagemöglichkeit wegen der Corona-Zeit nur selten bei Messen und Events vorstellen konnte, sei man zufrieden, sagte Carolin Gutmann, Geschäftsführerin des Förderkreises. "Die Loyalität unserer bestehenden Anlegerinnen und Anleger in den vergangenen beiden Jahren sowie das große Interesse an Geldanlagen mit sozialer Wirkung lassen uns zuversichtlich in die Zukunft schauen."
Die internationale Genossenschaft Oikocredit hat im Jahr 2021 rund 15,3 Millionen Euro Gewinn gemacht. Dies sei eine klare Trendwende gegenüber dem Jahr 2020, an dessen Ende ein Nettoverlust von 22,2 Millionen Euro stand, heißt es in der Mitteilung. Die Bilanzsumme von Oikocredit stieg von 1,241 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,258 Milliarden. Nach zwei Jahren ohne Dividendenzahlung werde der Vorstand bei der Generalversammlung im Juni eine Dividendenausschüttung von 0,5 Prozent für 2021 vorschlagen.
Das aus Darlehen und Kapitalbeteiligungen bestehende Portfolio von Oikocredit legte von 845,1 Millionen Euro um 17,8 Prozent auf 995,9 Millionen Euro zu. Zurückgegangen ist der der Anteil ausfallgefährdeter Projekte. Nur 5,5 Prozent der Kredite seien für die Rückzahlungen mehr als 90 Tage überfällig gewesen. Lediglich zwei Partnerorganisationen hätten im Jahr 2021 von der wegen Corona eingeführten Zahlungspause Gebrauch gemacht. Im Jahr 2020 waren das 136.
Die Genossenschaft Oikocredit engagiert sich in der Entwicklungsarbeit im globalen Süden mit Darlehen, Kapitalbeteiligungen sowie Beratungs- und Schulungsprojekten. Sie will nach eigenen Angaben damit den Lebensstandard wirtschaftlich benachteiligter Menschen in Afrika, Asien sowie Lateinamerika und Karibik nachhaltig zu verbessern.