Würzburg, Ansbach (epd). Die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Unterfranken sollen bei der Gebäudenutzung ökumenischer denken. In einer gemeinsamen Absichtserklärung rufen das Bistum Würzburg und der Kirchenkreis Ansbach-Würzburg die Gemeinden auf, Kirchen, Gemeindehäuser und andere Immobilien künftig "verstärkt gemeinsam zu nutzen", teilten sie am Dienstag mit. Generalvikar Jürgen Vorndran und Regionalbischöfin Gisela Bornowski haben dazu einen "Letter of Intent" unterschrieben.
Dieses Dokument dürfte bayernweit einmalig sein. Zwar gibt es vereinzelt schon jetzt gemeinsam gebaute oder genutzte Räume sowie Simultankirchen, die von mehreren Konfessionen gemeinsam genutzt werden. Durch diese Absichtserklärung könnte dies nun aber deutlich zunehmen. Der "Letter of Intent" gilt nur für den Teil des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg, der deckungsgleich mit dem Gebiet des Bistums ist. Er soll auch Bestand haben, wenn ab 2027 der bisherige Kirchenkreis im neuen Kirchenkreis Franken aufgeht.
Beratungsangebote für die Gemeinden
Hintergrund der Initiative seien die strukturellen Veränderungen in beiden Kirchen. Während das Bistum die Kategorisierung der Kirchen in den pastoralen Räumen inzwischen abgeschlossen habe, seien die Bildung von Regionalgemeinden und die Gebäudekonzeption in der bayerischen evangelischen Landeskirche noch voll im Gange. Die Kirchenleitungen verweisen bei ihrem Vorhaben der ökumenischen Gebäudenutzung auch auf das Johannesevangelium (17,22), wonach "das christliche Zeugnis stärker ist, wenn es ein gemeinsames ist".
Die Leitung des Bistums Würzburg und die evangelischen Verwaltungen in Unterfranken haben dazu eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Den Verantwortlichen in den Kirchengemeinden vor Ort werde eine "umfassende Unterstützung bei allgemeinen und konkreten" Fragen zugesichert. Man biete etwa Prozessbegleitung sowie Moderation an, zudem gebe es eine fachliche Beratung bei konkreten Umgestaltungen, denkmalrechtlichen, liturgischen sowie künstlerischen Fragen, teilten beide Kirchen weiter mit.