Neumarkt (epd). In der Gemeinde eines suspendierten evangelischen Pfarrers im Dekanat Neumarkt hat es am vergangenen Sonntag Solidaritätskundgebungen gegeben. Bei einer Unterschriftenaktion setzten sich zahlreiche Gemeindeglieder für den Verbleib des Pfarrers in der Gemeinde ein. Zudem wurde eine Initiative gegründet, die den Pfarrer unterstützt. Der evangelische Theologe wurde am 14. Juli mit sofortiger Wirkung vorläufig des Dienstes enthoben. Zugleich teilte die bayerische evangelische Landeskirche mit, dass sie ein kirchliches Disziplinarverfahren gegen den Pfarrer eingeleitet habe.
Beim ökumenischen Pfarr- und Gemeindefest am vergangenen Sonntag soll sich eine "Welle der Entrüstung" über die vorläufige Suspendierung gezeigt haben, sagte ein Gemeindemitglied dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag. Die Menschen seien "aufgebracht, wütend und verbittert". Zwischen 200 und 250 Menschen hatten am Sonntag an dem ökumenischen Gottesdienst teilgenommen.
Staatsanwaltschaft: Kein aktuelles Verfahren gegen den Pfarrer erfasst
Über die Gründe der Suspendierung ist bislang nichts bekannt. Die bayerische Landeskirche teilte lediglich mit, dass dies wegen einer "ordnungsgemäßen Durchführung des Verfahrens" nötig sei. Das eingeleitete Verfahren betreffe zudem keine Vorgänge aus der Tätigkeit des Pfarrers an seiner jetzigen Dienststelle, hieß es weiter.
Bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth sei derzeit kein aktuelles Verfahren gegen den Pfarrer erfasst, teilte diese auf epd-Anfrage mit. Auch eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft an die Landeskirche mit Bezug auf den Theologen sei nicht erfolgt.