München (epd). Die bayerische Staatsregierung hat eine neue Kampagne gegen Kinderpornografie und Kindesmissbrauch gestartet. Zentrales Instrument ist eine neue Internetseite, auf der die Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene sowie allgemeine Informationen zu den Gefahren und strafrechtlichen Risiken im Netz und in sozialen Medien gebündelt sind, wie das Innen-, Digital-, Kultus-, Justiz- und Sozialministerium am Montag gemeinsam mitteilten. An den Schulen werde die Polizei im Juli verstärkt Präventionsarbeit leisten.

Ein Auslöser für die neue Kampagne ist, dass offenbar immer mehr Schülerinnen und Schüler kinder- und jugendpornografische Inhalte auf ihren Smartphones haben - und weiter verbreiten. Oftmals seien sie völlig unwissend, dass dies strafbar ist. "Zudem steht hinter den kinderpornografischen Bildern in den allermeisten Fällen ein schrecklicher Missbrauch", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Auch Eltern sollen über die Website aufgeklärt werden, was zu tun ist, wenn sie solche Inhalte auf den Handys ihrer Kinder finden.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte, die bayerischen Schulen sollten auch als Schutzraum vor sexualisierter Gewalt dienen. Zur Prävention gehöre dabei "ein sensibler und umsichtiger Umgang mit Medien und Inhalten, die möglicherweise unbedacht durch das Teilen in Chats verbreitet werden", erläuterte er.